stille klingt
wie apfelessig
vom übermessenen löffel
auf das salatblatt tropfend
in nasenflügel ziehend
als wäre er etwas
besonderes
so still
Besuchen Sie doch auch einmal meine Homepage
stille klingt
wie apfelessig
vom übermessenen löffel
auf das salatblatt tropfend
in nasenflügel ziehend
als wäre er etwas
besonderes
so still
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Vorrübergehend außer Gefecht gesetzt. Vorrübergehend, weil es ja wieder besser werden kann. Alles bleibt außen vor, abgeschottet von der Welt, zurückgezogen in sich selbst mag er nur entfliehen.
Diese verdammten Tabletten, ein ganzes Chemiewerk, was er da täglich in sich hineinstopfen muss. Der Nutzen überwiegt die Nebenwirkungen, meint der Arzt. Wieder diese Schmerzen, den Weg bahnend für die Angst, die ihn gefangen hält. Je mehr er entfliehen will desto stärker kreisen die Gedanken um diese Angst, fokussieren sie, machen sie mächtig und groß bis sie seinen Körper kontrolliert.
Diese vielen Ratschläge. Nach vorne schauen, die Zukunft gestalten. Und er spürt diese Fesseln, die das Wissen am Handeln hindern und weiß nicht, wann er sich die angelegt hat. So invalid, so versehrt fühlt er sich nach diesem Eingriff, so vollkommen ohne Einfluss, so unvorbereitet hart konfrontiert mit seiner Endlichkeit.
Aufstehen, sagt er sich, aktiv sein, nach vorne schauen und Licht erzeugen in dem Grau, an das er sich klammert, weil Grau immer noch lebendiger ist als tot.
Nichts ist mehr wie früher. Ein Herzinfarkt und dieser Bypass bringt ihm die Sorglosigkeit der Vergangenheit nicht wieder zurück. Da war jemand in seinem Körper und damit lebt er nun, zumindest heute.
© rh
Vun de Sunn
ded isch gern schreiwe,
vun de Sunn.
Vun
de Lederhosse,
vum Barfusslaafe,
vum Zitroneeis
uffm Bodde.
Vun de Sunn
muss isch schreiwe,
vun de Sunn.
Wie se gonnge is
nach jeder Ohrfeig,
wie se mer gfehlt hot
mit de Flasch am Hals
Vun de Sunn
ded isch so gern schreiwe
vun de Sunn.
Wie se widder uffgonge is,
vum Noiblinzle,
vum Kopp on moiner Schulter:
so rischdisch alles
Ja, vun derre Sunn
will isch schreiwe,
weil se widder schoint –
jetzt
iwwer dir
iwwer mir.
© Rolf Höge
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Vor einiger Zeit stolperte ich im Internet über einen Artikel, der das Geistige Heilen zum Inhalt hatte. Wie der Artikelschreiber sehe auch ich Geistiges Heilen als eine sinnvolle, begleitende Mitwirkung zur ärztlichen Behandlung an. Allerdings gehört für mich zu so einer sinnvollen Begleitung gerade auch die Psychotherapie oder Entspannungsverfahren wie beispielsweise Qi Gong oder Autogenes Training. Alles, was nicht nur auf den organischen Bereich einwirkt, sondern auch einer psychischen, geistigen Genesung Rechnung trägt, stellt sich für mich als eine sinnvolle Begleitung dar.
Die Stirn runzle ich jedoch immer dann, wenn so ein Artikel über Geistiges Heilen Werbungscharakter hat oder mit „altem Wissen“ argumentiert. So las ich unter anderem: „Berichtet nicht auch die Bibel, das Buch aller Bücher, über diese Heilmethode?
Mit Heilmethode war das Handauflegen gemeint. Ja, die Bibel berichtet darüber. Aber so dargestellt, impliziert diese Aussage, es habe womöglich zu jener Zeit noch eine andere, anerkannte, normalerweise angewandte Heilmethode gegeben. Nein, das Handauflegen war die Regel. Es gab noch keine Medizin. Selbst das Kräuterweiblein oder der Alchimist tauchten erst Jahrhunderte später auf. Jesus unterschied sich aus meiner Sicht von anderen Heilern also dadurch, dass er mit dieser Methode außergewöhnlichen Erfolg hatte, andere wohl eher durchschnittlichen. Dies spricht nun aber eher für diesen Jesus, nicht aber für das Handauflegen.
Dermaßen einseitig dargestellte Artikel, wie auch viele Lebenshilfebücher, behaupten regelmäßig, verschüttetes altes Wissen wäre neu entdeckt worden und stelle eine wirksame Alternative zur Schulmedizin dar. Nein, das alte Wissen wurde überlebt! Die Lebenserwartung heute ist weitaus höher als im Altertum!
Schon 500 Jahre vor Christi bezeichnete Hippokrates die Tuberkulose – er nannte sie natürlich nicht bei ihrem heutigen Namen – als die schlimmste aller Krankheiten, die in fast allen Fällen tödlich verlief. Es dauerte über 2000 Jahre bis der Bazillus entdeckt, die Tuberkulose behandelbar und die Krankheit zurück gedrängt wurde. „Handauflegen“ half da nicht. Man sollte also solche Argumente mit Vorsicht genießen. Sie taugen nicht für eine fundierte Argumentation.
An einer anderen Stelle des Artikels las ich weiter: „Für diese Form des Handauflegens muss der Heiler keine komplizierte Ausbildung absolvieren.“ Das stimmt!
Deshalb braucht man dafür auch keine 300 Euro für eine Reiki – Einweihung hinzublättern, um zwanzig Handpositionen und die Lebensregeln zu lernen, die man selbst nicht einmal annähernd lebt. Das Geld, oder besser diesen Energieaustausch kann man sich sparen. Und der Meister selbst möge sich fragen, ob er seine Meister-Einweihung nur erlangt hat, um in Wochenendseminaren neue Möchtegernheiler zu rekrutieren.
Grundsätzlich stehe ich alternativen Heilmethoden und dazu zähle ich auch das Handauflegen positiv gegenüber. Wie könnte man das, wenn man weiß, dass sich selbst ein weinendes Kind durch Berührung beruhigt. Diese Heilmethoden sind aber nicht besser, weil sie schon so alt sind oder so unkompliziert erlernt werden können, sondern sie stellen eine weitere Behandlungsmöglichkeit dar, wenn andere Behandlungsmethoden schon ausgeschöpft wurden oder ergänzen diese eben. Mich selbst nervt dieses ständige Anbieten dieser Dienstleistungen mit den oben angeführten Argumenten.
Ich erlitt vor einiger Zeit einen Herzinfarkt. Mit Handauflegen setzte man mir keinen Stent und führte so auch keine Bypass-Operation durch. Für mich gab es nach dem heutigen Stand der Medizin keine Alternative! Und noch vor vierzig Jahren wäre ich an diesem Infarkt wahrscheinlich gestorben. Zur Zeit Jesu wäre ich mit absoluter Sicherheit tot gewesen.
Altes Wissen gehört nun einmal ins Altertum. Die Erde ist auch keine Scheibe!
© rh
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Kunst gleicht für mich einer Wiedergeburt dessen, was wir an Eindrücken, Erlebnissen und Gefühlen aus der Umwelt aufnehmen. Dies wird unbewusst verarbeitet, transformiert und als etwas neu Geschaffenes wieder an die Außenwelt zurückgegeben.
Innere Glaubenssätze, frühe Prägungen, Wahrnehmungsfilter, aber auch die jeweilige Tagesverfassung beeinflussen dabei den inneren Verarbeitungsprozess und mit jedem Kunstwerk, das geschaffen wird, ist etwas Neues, Individuelles geboren worden.

Diesen inneren Prozessen durch gestalterisches Wirken – gleich welcher Art – Ausdruck zu verleihen, bedeutet für mich Kunst.
Wenn ich schreibe, male oder gestalte, wenn ich eigene Songs zur Gitarre singe, wenn ich Text und Bild zusammen bringe, bin ich in Kontakt mit mir und dem, was in mir ist. Ich erlebe das als etwas sehr Persönliches, Eigenes und ich bin durchaus geneigt, diese Prozesse als meine individuelle, spirituelle Erfahrung zu bezeichnen. Eine andere Definition dafür finde ich zurzeit nicht.
© rh
Gerne lade ich Sie ein, auch einmal meine Homepage zu besuchen, und vielleicht haben Sie ja auch einmal Lust auf eine Autorenlesung. Eine schöne Zeit wünsche ich Ihnen
Rolf Höge
Kürzlich fragte mich jemand, wie ich in all den Jahren der Abstinenz mit Saufdruck umgegangen sei.
Was ist das – Saufdruck? Es beginnt mit einem Impuls, dem ein Erinnern folgt, meistens an das Angenehme, das im ersten Schluck liegt. Daran klebst du dann, bis du dem Druck nachgibst und zur Flasche greifst. Deses Kleben bezeichnen wir als Saufdruck.
Es geht also darum, mental an den letzten Schluck zu kommen. Das ist meistens der Schluck, bevor du in deiner Kotze landest und alles, was du dir wieder aufgebaut hast, vor dir in Scherben liegt. Gelingt es dir, schüttelst du dich kurz und wow überstanden. Rückfallgefahr gemeistert. Jetzt, und zwar wirklich erst jetzt, kannst du dir überlegen, was diesen Impuls ausgelöst hat und wie du zukünftig damit umgehst.
Aber wie kommt man nun in akuten Situationen von diesem Kleben am ersten Schluck weg? Hier zeige ich dir meine Vorgehensweise, die ich heute noch, wenn auch selten, noch praktiziere:
1.Sofort ein grundsätzliches, demonstratives Nein! setzen. Dieses Nein muss nach außen kommen, d.h. nicht nur als Gedanke im Kopf sein und dort vor sich hin schwingen. Ich habe dazu beispielsweise demonstrativ die Luft ausgeblasen oder das Nein heraus geschrien.
2.Sofort (!) einen Unterbrecher setzen und aus der Situation aussteigen, etwas anderes tun. Wenn du gerade irgendwo sitzt, dann stehe auf! Betrachtest du gerade etwas, drehe dich um und schaue weg.
3.Nun gehe das Szenario durch, bis zum letzten Schluck. Stell dir vor, wie du trinkst. Das erste Glas, das zweite, das dritte Glas Stell dir vor, wie du jegliches Vertrauen wieder verlierst, wie du wieder von vorne anfängst. Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
4.Sprich darüber.
Rolf Höge
Wenn auch Sie sich für ein Leben in zufriedener Abstinenz interessieren, lesen Sie doch mein Buch zum Thema: „Trocken. Was nun?“
…’Lege deinen Kopf in meinen Arm,‘, möchte ich zu ihm sagen, ‚es gibt nichts zu tun, fange an zu erzählen und wenn es dir gut tut, dann weine.‘
Seit Stunden liege ich wach und denke an meinen Sohn. Nicht an den erwachsenen Sohn, der Häuserwände beschmierte, in Kaufhäusern Parfum stahl, um es an der nächsten Straßenecke zu verkaufen für den nächsten Joint, oder ein bisschen Heroin. Nicht den Sohn, der den Vater so oft belog, kein Versprechen einhielt, wiederholt Suchttherapien abbrach und konsequent den Weg in die Gefängniszelle ging.
An mein Kind denke ich, das ich immer in mir trage an jenem Ort tief in meiner Seele, den ich nicht zu benennen vermag und der so voller Kraft ist und Geborgenheit, dass sich mein Kind dort ausruhen kann, auch wenn sich Eisentüren hinter ihm schließen und die Verletzungen, die es mir zufügte, jetzt gerade brennend nach dieser Flüssigkeit schreien, mit der ich den Schmerz betäuben und ihm für eine Weile entfliehen könnte. Flucht, welch hässliches Wort, doch wie erleichternd für den Moment. Doch der Saufdruck entpuppt sich als ein lediglich vorbeihuschender Gedanke, nicht wert, länger als die Dauer eines aufflammenden Blitzlichtes bei mir zu verweilen.
‚Ruhig, ruhig mein Sohn, schlafe wieder, lege deinen Kopf in meinen Arm und schlafe weiter.‘ – Wo ist der Vater für mich, der einfach nur für mich da gewesen wäre? Mutter, wo bist du? Ich möchte mich einfach nur ausruhen, nur ausruhen. Nein, keine Worte, Mutter, nicht schon wieder Worte, die erklären, was ich nicht auch schon weiß, nicht wieder diese hilfsbereite Erbarmungslosigkeit.
Diese Nacht! Wenn die stummen Schreie in mir gehört werden, kann ich vielleicht endlich loslassen. Dieses zwanghafte Umklammern meiner Gedankenströme. Wie sehr ich mich aus der Einsamkeit heraus wünsche. Keine Kälte mehr, nur warmes Verlangen nach mir, nach dem einzigen Vertrauten. Ihr seid ja alle so weit weg, doch wolltet ihr näher kommen, ich wüsste es zu verhindern.
Ich bin stumm. Und die Nacht schreit so laut, dass ich nicht schlafen kann.
Manchmal gibt es eine stumme Übereinkunft, ein gegenseitiges Wissen. Manchmal, ja manchmal ist es auch wichtig zu hören: ‚Du – ich hab‘ dich lieb.‘
Gerade dann, wenn alles durcheinander läuft…
(rh)
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Der Weg in ‚zufriedene Abstinenz‘ bedeutet zunächst einmal, eine Entscheidung zu treffen, nämlich die Entscheidung abstinent leben zu wollen. Damit ändert man die Blickrichtung von ich will nicht mehr trinken hin zu ich will zufrieden abstinent leben
Wenn ich also diese Entscheidung getroffen habe, dann steht mir das Lösungsmittel Alkohol in all den Problemsituationen nicht mehr zur Verfügung. Sich nach Stresssituationen abends gemütlich mit einem Glas Rotwein zu entspannen, taugt für einen Alkoholiker nicht als Entspannungsmethode. Sich mal eben etwas Mut anzutrinken, bevor man beispielsweise eine Frau zum Tanzen auffordert, ist ebenfalls nicht angesagt. Das Gefühl, sich ausgegrenzt zu fühlen, weil man auf Partys keinen Alkohol trinkt, kann man nicht einfach mal so wieder wegsaufen. Wenn die Entscheidung zur Abstinenz wirklich getroffen wurde, steht die Krücke Alkohol nicht mehr zur Verfügung. Und dann ist es tatsächlich so als würde man das Laufen neu lernen.
Aus diesem Grund halte ich auch Selbsthilfegruppen für wichtig. Denn dort sitzen trockene Alkoholiker, die bereits laufen können. Sie sind der lebende Beweis dafür, dass ein Leben ohne Alkohol möglich und erstrebenswert ist.

Nun erkläre ich in meinem Ratgeber Trocken. Was nun? nicht, was man nun in der einen oder anderen Problemsituationen tun soll anstatt zu trinken. Denn es geht ja um Wege in eine zufriedene Abstinenz, nicht um Trinkalternativen.
Zufriedene Abstinenz ist kein fertiges Produkt, kein Ideal, das am Ende eines langen, schwierigen Weges steht. Man kann sie nicht suchen, um sie letztendlich zu finden. Man muss sie entdecken, für sich ganz persönlich. Das heißt, man wird nicht irgendwann an einem Zielpunkt ankommen, den man dann zufriedene Abstinenz nennt und den man nur zu halten braucht.
Zufriedene Abstinenz gleicht einer Entdeckungsreise, einer langen Fahrt und der Sinn dieser Fahrt ist die Reise selbst. Dabei kann man auch schon einmal in einen Stau geraten. Es gilt aber, sich auf dieser Fahrt selbst immer besser kennen und verstehen zu lernen und dabei mehr und mehr zu entdecken, was für einen ganz persönlich Zufriedenheit bedeutet.
„Trocken. Was nun?““ können Sie hier beziehen.
An den blinden Tagen
verlor ich den Blick für dich
sehend nun
Bilder der Erinnerung
hell
und du
mitten drin
als leuchtende Quelle
(c) rh