Gedankentreiben

Dieses Gedankentreiben im Kopf. Der innere Kritiker, der mir einhämmert, die Zeit liefe mir davon, einer seiner Hauptkritikpunkte.

Ich will meine Texte aufnehmen und auf CD brennen, damit ich diese dann kostenlos zum Buch abgeben kann bei Lesungen. Ich will Entspannungs-CDs produzieren. Ich will fotografieren, die Fotos sortieren, vergrößern und drucken lassen. Den Text eines meiner Bücher in ein E-Book konvertieren.

„Das wolltest Du doch alles.“ meldet sich der Kritiker in mir  zu Wort.

Ja, will ich alles, bereitet mir auch Spaß, heißt aber, ich sitze vorm PC, habe kaum Bewegung und fühle mich unwohl und gestresst.

Dem Kritiker in mir kann ich es selten Recht machen. Ich sollte mich mit ihm arrangieren, eine tragbare Lösung für uns beide finden. Das könnte bedeuten, er hält sich aus meinem Leben zunächst einmal raus, gibt mir aber deutlich zu verstehen, wenn es in eine unerwünschte Richtung geht. Das wäre ja schon mal etwas, was mir mehr Lockerheit ins Leben bringen würde.

In meinem Kopf denke ich oft in Aber-Sätzen: ich möchte schreiben, aber die Küche muss noch aufgeräumt werden. Ich möchte ins Fitness-Studio gehen, aber ich muss die Tagesnotiz fertigmachen. Solche Aber-Sätze wirken wie eine Bremse und halten die inneren Konflikte im Gange.

Wörter wie ‚obwohl‘ oder ‚trotzdem‘ treten in den Hintergrund, würden jedoch diesen Konflikt etwas entschärfen. So habe ich es ja einmal gelernt:

‚Obwohl‘ ich ins Studio möchte, gönne ich mir, diese Tagesnotiz zu schreiben.

So oder so ähnlich. Damit ich den Kopf wieder freischreiben kann.

Alles Gute für Euch

Rolf

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Vom Trocken-bleiben verstehe ich etwas

Vor kurzem unterhielt ich mich mit einem Alkoholiker, der es einfach nicht schafft trocken zu bleiben. Es war ein schwieriges Gespräch, an dessen Ende ich allerdings einräumen musste, dass er da etwas besser weiß als ich: er kennt alle Wege, um wieder rückfällig zu werden. Sehr kreative Wege teilweise, um sich stets die Rechtfertigung zum Trinken zu holen.

Naja, als trockener Alkoholiker lebe ich weitaus mehr Jahre ohne Alkohol als ich jemals getrunken habe. Daher verstehe ich offensichtlich etwas davon wie man trocken bleibt und zufrieden abstinent lebt.

„Trocken. Was nun?“ ISBN-10: 3844273840

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Sollten Sie auch an meiner Autorenlesung interessiert sein, schauen Sie doch einfach auf meiner Homepage vorbei: http://www.rolf-hoege.de

Trocken. Was nun? – Ein Weg in zufriedene Abstinenz

Der Weg in ‚zufriedene Abstinenz‘ bedeutet zunächst einmal, eine Entscheidung zu treffen, nämlich die Entscheidung abstinent leben zu wollen. Damit ändert man die Blickrichtung von ‚ich will nicht mehr trinken’ hin zu ‚ich will zufrieden abstinent leben’

Wenn ich also diese Entscheidung getroffen habe, dann steht mir das ‚Lösungsmittel’ Alkohol in all den Problemsituationen nicht mehr zur Verfügung. Sich nach Stresssituationen abends gemütlich mit einem Glas Rotwein zu entspannen, taugt für einen Alkoholiker nicht als Entspannungsmethode. Sich mal eben etwas Mut anzutrinken, bevor man beispielsweise eine Frau zum Tanzen auffordert, ist ebenfalls nicht angesagt. Das Gefühl, sich ausgegrenzt zu fühlen, weil man auf Partys keinen Alkohol trinkt, kann man nicht einfach mal so wieder wegsaufen. Wenn die Entscheidung zur Abstinenz wirklich getroffen wurde, steht die Krücke Alkohol nicht mehr zur Verfügung. Und dann ist es tatsächlich so als würde man das Laufen neu lernen.

Aus diesem Grund halte ich auch Selbsthilfegruppen für wichtig. Denn dort sitzen trockene Alkoholiker, die bereits laufen können. Sie sind der lebende Beweis dafür, dass ein Leben ohne Alkohol möglich und erstrebenswert ist.
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Nun erkläre ich in meinem Ratgeber „Trocken. Was nun?“ nicht, was man nun in der einen oder anderen Problemsituationen tun soll anstatt zu trinken. Denn es geht ja um Wege in eine „zufriedene“ Abstinenz, nicht um Trinkalternativen.

Zufriedene Abstinenz ist kein fertiges Produkt, kein Ideal, das am Ende eines langen, schwierigen Weges steht. Man kann sie nicht suchen, um sie letztend­lich zu finden. Man muss sie entdecken, für sich ganz persönlich. Das heißt, man wird nicht irgend­wann an einem Zielpunkt ankommen, den man dann „zufriedene Abstinenz“ nennt und den man nur zu halten braucht.

Zufriedene Abstinenz gleicht einer Entdeckungsreise, einer langen Fahrt und der Sinn dieser Fahrt ist die Reise selbst. Dabei kann man auch schon einmal in einen Stau geraten. Es gilt aber, sich auf dieser Fahrt selbst immer besser kennen und verstehen zu lernen und dabei mehr und mehr zu entdecken, was für einen ganz persönlich Zufriedenheit bedeutet.

„Trocken. Was nun?““ können Sie hier beziehen.