Edelstein und niemals Kiesel sein

Mauschelt, mauschelt

mauschelt doch. –

Die Herde schützt ihr Wasserloch.

Es wirkt oft krampfhaft einstudiert,

wer gebildet Bildung definiert.

 

Ich denke,

Kiesel werden niemals artenreich,

das Flussbett macht sie alle gleich.

 

Vom hohen Anspruch bin ich nicht besessen,

habe geträumt und werde nicht vergessen,

wie ich fragend angetreten bin:

was macht mich frei, was gibt mir Sinn?

 

Ich wollte Edelstein

und niemals Kiesel sein.

 

Rolf Höge

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(Aus: „Wenn Worte berühren  – lebendige Gedichte“ ISBN 978-3-748520-38-2)

 

 

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wortsaufen

wortsaufen

ganznächtig

sprachlärmkopfschmerz

 

haustürschlüssel

lieblich wie glöckchenklang

auf den Küchentisch gepfeffert –

so ruhig –

 

neues atmen

in der lärmschutzzone

 

© Rolf Höge

 

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Mag sein

Mag sein,
Schritte wählst du groß und
manchmal klein.

Mag sein,
schmerzhaft schreit
die Seele und
jauchzt doch stets.

Mag sein,
Mauern sperren Wege,
um Freiheit zu gewähren.

Mag sein, mag sein,

Rosen zeigen liebevolles Sehnen,
Birken spenden Schattenkühle,

lebendig endet stets und
erglüht erneut
im Leben.

© Rolf Höge

 

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grenzwalldenken

grenzen ziehen,
um zu begrenzen,
mauern errichten,
um einzumauern,
erhöhen,
um zu erniedrigen,
fernhalten, limitieren
im schutzwahn,

selbsterhöht, selbsterrichtet,
hassendes grenzwalldenken –

im selbstwahn –
verloren.

© Rolf Höge

In mir brodelt ES

In mir brodelt ES. Ich habe mit ES gesprochen. Es sei nun mal so, meinte ES und außerdem sei ES das Brodeln ja vollkommen freigestellt. Brodeln käme übrigens ebenso wenig von Brot wie von Dellen. Ich würde ja auch freischreiben, meinte ES und niemand frage danach, von wem oder was ich mich befreien wolle. Ich ließ ES dann in mir alleine und dachte, brodele doch ohne mich. Wer bin ich denn, dass ich in mir mit mir brodeln lasse. / Rolf Höge

 

Ludo ergo sum – Ich spiele, also bin ich

Nach meinem Herzinfarkt enteckte ich für mich, dass ich mich durch absolut nichts von der Masse abhebe, dass wir uns alle nur auf einem Spielfeld bewegen, zu dem Zwecke, dieses Spiel zu spielen, das man Leben nennt.

Jeder einzelne wird auf die eine oder andere Weise das Spielfeld verlassen, niemand bleibt. – Daher liegt der Sinn für mich weder in der Verklärung oder Verschleierung des Spiels, noch darin, ständig an das Spielende zu denken. (Obwohl ich selbst immer wieder darüber nachdenke). – Den Sinn sehe ich darin, aktiv mit Ethik und Charakter an diesem Spiel teilzunehmen, nicht nur zuzuschauen oder an mir vorbei spielen zu lassen. Das ist schwer genug, verdammt schwer. – Doch wenn ich über das DANACH nachdenke, fehlt mir irgendwie die Zeit für das Spiel.

Einen Teil dieser Spielgestaltung stellen meine Texte und meine Autorenlesung dar.

Ludo ergo sum! – Ich spiele, also bin ich.

(c) Rolf Höge