Mensch

Du verstehst nicht,
weil du nicht verstehen willst –
betrachtest nicht,
weil du nicht sehen willst,
wirfst vor,
weil der Vorwurf
von dir ablenkt,

so bist du –
so und nicht anders –

Mensch.

(c) Rolf Höge

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Das Spüren teilen

 

Landeinwärts weht die Brise
von der kreischenden Möwe begleitet.

Gegen den Wind stehe ich,
atme den salzigen Duft der Woge
und möcht‘ so gern
so gern
nochmal
am Ufer
dieses Spüren
teilen –

aber es muss nicht mehr mit dir sein

© Rolf Höge

die nacht wollt‘ mit mir tanzen

vergaß,

die nacht wollt‘ mit mir tanzen,

vergaß,

ich sollt‘ ein lied ihr singen –

 

heute

fällt’s mir wieder ein,

wenn schmerzhaft stechen

herzensklingen

 

hab ich geglaubt,

es zählt das lachen?

hab ich geglaubt,

die nacht wird hell?

 

es flüstert fern

aus meinem traum:

 

vergiß den takt,

vergiß die schritte,

kannst keinen tanz

ins dunkel bringen

 

(c) Rolf Höge

 

 

Immer im Takt

Immer im Takt,

immer im Takt.

Bloß nicht taktlos,

ohne Takt

kein Rhythmus.

 
Rhythmisches Takten,

taktloser Rhythmus,

aus dem Rhythmus gebracht,

aus dem Takt geworfen –

erst vorgeworfen,

dann weggeworfen.

 

© Rolf Höge

 

 

dimm dich

 

dimm dich

strahlkräftiges lächeln

krümmt den rücken

 

positivgetöse

in ohren gebrüllt

raubt die stimme

 

tränenlos raumverdrängend

diese nebelworte

lebendig geht anders

 

auf dem klo

ist platz

fürs menschsein

 

(c) Rolf Höge

 

Gerne dürfen Sie auch meine Homepage besuchen http://www.rolf-hoege.de

 

 

von der qual des dichtens

lockt der vogel

mit dem schnabel

früh im wald die vogelin

spüre ich

von kopf bis nabel

darin liegt des dichtens sinn

 

erscheint die ferse

mir im verse

fühl ich wohl die reimreserve

brodelnd heiß in meinem kopf –

erschafft den fuß und auch den kuss

weil’s sich eben reimen muss

 

 

die sorge

gross und mächtig

strahlt die sorge

vom sich sorgen

selbst ernährt

 

und niemand weiß

wie all das leid

vor dem wir fürchten

wohl zu erfahren sei

wenn

und dann

und überhaupt

 

und niemand weiß

ob nicht vielleicht

auch glück

geboren werden kann

wenn sich sorgen

nicht mehr lohnt

und

wenn

und

dann

den sinn verliert

 

/rh