die sorge

gross und mächtig

strahlt die sorge

vom sich sorgen

selbst ernährt

 

und niemand weiß

wie all das leid

vor dem wir fürchten

wohl zu erfahren sei

wenn

und dann

und überhaupt

 

und niemand weiß

ob nicht vielleicht

auch glück

geboren werden kann

wenn sich sorgen

nicht mehr lohnt

und

wenn

und

dann

den sinn verliert

 

/rh

Kritik: ja – Hetze: nein! (in eigener Sache)

Sogenannte ‚besorgte Bürger‘, Patrioten mit negativer Blickrichtung auf Geflüchtete, sind für mich nicht gleichzusetzen mit Islam-Kritikern. – Da wird Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz hinter dem Mantel der Besorgnis und Kritik versteckt. Da wird Freiheit, insbesondere die Meinungsfreiheit schändlich für politische Zwecke benutzt. Am Rande von Straftatbeständen spielend, kokettiert man mit der freien Meinungsäußerung. Mehr braucht man nicht vom Grundgesetz.

Nahezu widerlich finde ich es, wenn solche Verbrechen wie in Paris für dieses rechte, abscheuliche Weltbild benutzt werden, um offen weiter gegen Flüchtlinge und Ausländer zu hetzen, wenn aus unfassbarem, wahllosem Morden, auf dem Rücken so vieler Opfer politischer Gewinn heraus geschlagen werden soll, um Wählerstimmen am rechten Rand abzufischen. – Kritik an Religion: ja, Hetze: nein! –

Mit Kritikern kann man diskutieren, man hat beidseitig die Chance, seine Meinung unter Umständen zu revidieren. Wirklich besorgte Menschen kann man ernst nehmen, mit ihnen über Realität und Interpretation sprechen, sie hören in der Regel auch zu, und man kann von seinen eigenen Befürchtungen berichten. Mit Hetzern aber und denjenigen, die nur Bestätigung für ihre vorgefasste Meinung suchen, lässt sich nicht diskutieren. – Das erlebe ich in zunehmender Weise fast täglich, privat und beruflich. –

Für mich ist ein fester, ethischer Standpunkt wichtig, um mich weder vom abendländlichen noch vom orientalischen Regligionsgefaßel einfangen zu lassen. Menschlickeit lässt sich nicht in ein religiöses oder ‚abendländliches‘ Korsett stecken. Das Streben nach einem freiheitlichen und selbstbestimmten Leben muss für alle Menschen gelten.

Rolf Höge

Ist das Kunst?

Ob es Kunst ist, was ich erschaffe, fragte mich vor kurzem ein Kollege. Ich zuckte die Schultern, denn tatsächlich habe ich keine Ahnung, ob das, was ich da ab und an kreiere, die studierte Fachwelt als Kunst bezeichnet, nicht einmal, wer zu dieser sogenannten Fachwelt zu zählen ist.

Schreiben, wenn mir danach ist, abstrakt malen, wenn mir danach ist, texten und singen, wenn mir danach ist. Eindrücke aufnehmen, verarbeiten daraus etwas Neues schaffen, womit der eine etwas anfangen kann der andere vielleicht weniger. So ungefähr läuft das ab.

Mir steht ein Gehirn zur Verfügung, das Prozesse wie ein Computer verarbeitet. Die Software, die verwendet wird, enthält meine Fähigkeit, zu produzieren sowie meine inneren Glaubenssätze, frühe Prägungen und meine Wahrnehmungsfilter, auf denen sich der Verarbeitungsprozess aufbaut. – Das ist schon alles. / rh

Hand-Zeichnung

Ich lade Sie gerne ein, auch meine Homepage zur Autorenlesung zu besuchen.

Vun de Sunn

Vun de Sunn
ded isch gern schreiwe,
vun de Sunn.

Vun
de Lederhosse,
vum Barfusslaafe,
vum Zitroneeis
uffm Bodde.

Vun de Sunn
muss isch schreiwe,
vun de Sunn.

Wie se gonnge is
nach jeder Ohrfeig,
wie se mer gfehlt hot
mit de Flasch am Hals

Vun de Sunn
ded isch so gern schreiwe
vun de Sunn.

Wie se widder uffgonge is,
vum Noiblinzle,
vum Kopp on moiner Schulter:
so rischdisch alles

Ja, vun derre Sunn
will isch schreiwe,
weil se widder schoint –

jetzt
iwwer dir
iwwer mir.

© Rolf Höge

Besuchen Sie doch auch meine Homepage. Vielleicht haben Sie auch Interesse an einer Autorenlesung? Dann nehmen Sie Kontakt mit mir auf.

Kaum einer da

Diese Sonnenstrahlen
hätten wir gewünscht,
untergehakt im Vorwärtsrennen.

Der Schal und Wolfi
wie schnell man auf die Fresse fällt beim Laufen.

Geduckt durch die Weißhelm-Alee
leergebrüllt

Momentan
kein Wasser auf den Straßen.
Auch sonst kaum einer da.

Die Taube fliegt
neuerdings
im Internet.

(c) Rolf Höge

Schauen Sie doch einmal auf meiner Autorenseite vorbei.

Worte als Berührung zwischen Autor und Leser

Lesung in MannheimWorte berühren auf unterschiedliche Weise. Sei es das gefühlvolle Liebesgedicht, die szenische Skizze einer betroffen machenden Realität oder die Humoreske, die zum Schmunzeln einlädt.

Wenn sich die Wege von Autor und Leser für kurze Zeit kreuzen, ist es die Berührung durch den Text, die Begegnung zulässt.

Eine Autorenlesung stellt für mich eine besondere Art der Begegnung dar: eine Begegnung mit dem Ziel, Worte auf die eine oder andere Weise berühren zu lassen und sei es auch nur für die Zeitspanne eines Abends.

Institutionen, Vereine, Gruppen, Cafés…

Haben Sie Interesse an einem Abend mit meinen Texten? Schauen Sie sich auf meiner Homepage um und nehmen Sie Kontakt mit mir auf.

Lesezeit: ca. 40 Minuten. Für Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Ein paar Gedanken am Rande…

Ein Arbeitnehmer ist ein Mensch. Darüber sind wir uns wohl alle einig. Ein Leiharbeitnehmer ist demnach ein Mensch, der verliehen wird. Bei Sachen geht dem Verleih ein Besitz voraus, man kann nur verleihen, was man besitzt. Kann man heutzutage, nach Abschaffung der Sklaverei, einen Menschen besitzen?

In einer Gesellschaft, in der das Wort Leiharbeitnehmer mittlerweile ohne jegliche ethische Bedenken ausgesprochen wird, ist aus meiner Sicht in den letzten Jahrzehnten einiges schief gelaufen.

Eine freiheitlich, demokratischen Gesellschaft muss sich die Frage nach ihrem ethischen Bewusstsein neu stellen, wenn es ohne Aufschrei möglich ist, das Gehalt eines Bankdirektors ins Verhältnis zu einem Regierungschef zu setzen anstatt zu den Einkommen von Müllmännern, Feuerwehrleuten, Polizisten, Krankenschwestern und all den anderen, die der Gesellschaft und dem Gemeinwohl Nutzen bringen.

Die Partei, die eine solche Relation zulässt, hat für mich ihre historische Glaubwürdigkeit verloren.

© rh

Von der roten und der blauen Seite

Stell dir vor, du betrachtest die eine Seite einer Scheibe. Sie ist rot. Die andere Seite ist blau. Und die blaue Seite betrachtet ein anderer Mensch. Du weißt, eine Scheibe hat zwei Seiten. Trotzdem wirst du den anderen nicht davon überzeugen können, dass deine Seite rot ist. Und umgekehrt wird er dir das Blau seiner Scheibenbetrachtung nicht näherbringen.

Es wird zu einer reinen Glaubensfrage, solange niemand seine Position wechselt.

Eigentlich eine Binsenweisheit, aber darin liegt die Saat für Vorwurf, Ärger, Wut, Verleumdung, und sogar Kriege können entstehen, weil niemand bereit ist, seine Betrachtungsweise zu ändern.

© rh

legt die blume auf die gräber

die
rote fahne
zeugt
vom
roten blut

die
rote nelke
blutet
nicht mehr

legt
die blume
besser
auf
die gräber

lasst
die toten
ihre
fahne schwenken
damit
sie
weiter lebt

© rh

Ein paar Gedanken zum 1. Mai, dem „Tag der Arbeit“.
Wenn Sie sich für meine Texte interessieren, besuchen Sie doch auch einmal meine Homepage und informieren sich über eine Autorenlesung.