Zum Fest

Freude, schöner Eierkuchen
ruhst auf Aluminium.
Kaffe wird dazu getrunken
im Familienheiligtum.

Freude, schöner Eierkuchen
unterm Teppich macht sich breit,
was man mit der Hand vorm Munde,
nicht zu sagen ist bereit.

Freude, schöner Eierkuchen,
welch Erlebnis Jahr für Jahr !
Lichterglanz, Familienbande,
ach, wie seid ihr doch so nah!

Freude, schöner Eierkuchen.
Kindheit, ich vergess’ dich nie!
spür’ die Stiche noch in mir,
dieser Heuchelharmonie!

© rh

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ER war’s

Aus der Serie „Bekloppt und doch kein Schnitzel“

ER war’s.

Er kam von weit her und wollte sie fangen. Sie, die mit ihrem dummen Geschwätze die Wahrheit verschweigen. Dort aus dem fernen Lande kam er gelaufen, um sie zu sehen, jene, die mit ihren blinden Augen die Wahrheit nicht sehen wollen.

Sie selbst aber standen bereit, ihn zu töten. Die Messer waren geschliffen und sie gierten nach dem Blut, das bald fließen sollte.

Da kam er von rechts nach links herangesaust, die Zähne so fest aufeinander gebissen, dass sie es alle krachen hörten. Den anderen, die bis auf die Zähne bewaffnet waren, schien es, als wolle er ihrer Bewaffnung die Grundlage entziehen.

So brach der erste Schneidezahn ab, der zweite Zahn brach ab und endlich hatte er sich auf seinen Kiefer durchgebissen. Oh, es war herrlich, diese Beißerei! Dann wackelte er verdächtig langsam mit dem Kopf, hob seinen rechten Fuß etwas an und ließ ihn gekonnt wieder sinken.

Alle hatten es gesehen. Alle starrten ihn an. Und als sei diese Beißerei noch nicht genug auf seinem Weg zum Sieg, tat er noch das einzig Mögliche, um der blutrünstigen Meute ihre Gefährlichkeit zu nehmen:

Ganz, ganz langsam fuhr er sich mit dem Zeigefinger der linken Hand ins rechte Ohr, spitzte die Lippen, säuselte ein kaum vernehmbares „Tschiiiiit“ – und zog den Zeigefinger, als schon niemand mehr daran glaubte, in Windeseile wieder aus dem Ohr heraus.

Jetzt hatte er gewonnen! Die Massen jubelten ihm zu. Ohne Zähne und mit dümmlichen Blick ließ er sich auf ihren Schultern hinweg tragen. – Weit weg. So weit, dass sie ihn auf eine Art und Weise aus den Augen verloren, wie sie sonst nur ihre Tränen aus eben jenen Augen verlieren.

Bis heute hat ihn niemand mehr gesehen. Was blieb, ist seine Legende.

Und noch heute, wenn man nicht mehr so genau weiß, wer etwas bestimmtes getan oder eben nicht getan hat, sagt man: „ER war’s!“

Wenn ich die Worte hätt‘

Wenn ich die Worte hätt’,
dich zu berühren,
würd’ ich in Samt sie kleiden.
Ließ mich von ihrem Klange führen,
und zaubergleich
zu deiner Herzensliebe leiten.

Wenn ich die Worte hätt’,
dich zu berühren,
würd’ ich mit Bedacht sie geben.
Würd’ ihre Anmut in mir spüren
und zärtlich dir
ein Netz voll Liebe weben.

Wenn ich die Worte hätt’,
dich zu berühren,
würd’ sprengen ich die stumme Wand.
Würd’ freudig öffnen all die Türen
für dich und für der Liebe Band.

Doch sind die Worte mir entglitten,
weil ich den Mut nicht fand.
Ängstlich, still zurückgeschritten
doch stets den Blick dir zugewandt.

So muss ich wohl dein Herz berühren
durch meiner Augen Zauberkraft.
Soll dich ihr Strahlen sicher führen
durchs Feuer, das in mir entfacht.

Magst du lebendig, kraftvoll und mit Mut
mit mir nun dieses Feuer schüren,
bedarf’s der Worte nicht, nur der Glut,
und Herzen dürfen sich berühren.

© rh

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Anderer Trainingsinhalt

Hab‘ Achtung
vor mir selbst gewonnen.

Hab‘ viel gereut
in letzter Zeit.

Hab‘ auch zu denken
nun begonnen.

Doch heut‘ –
trainier’ ich Fröhlichkeit.

(c) rh

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Religion und Spiritualität

Ich bin kein religiöser Mensch. Ich denke, Religion wurde von Menschen erfunden und für Menschen gemacht. Religion benötigt für seine Existenz ein Regelwerk in Form von Ritualen und Verhaltensanweisungen. Religion versucht, den Grund menschlichen Daseins zu erklären, nicht zu untersuchen. Religion fragt nicht nach dem Sinn, Religion liefert den Sinn. Und für viele ist es genau das, was sie in ihrem Leben suchen: eine Antwort auf die Frage, was der Sinn des Lebens sei. Vor diesem Hintergrund erfüllt jede Religion für ihre jeweiligen Anhänger ihren Zweck, wenn sie dem religiösen Bild zusätzlich Lebensmodelle hinzufügt, nach denen die Gläubigen ihrem Glauben entsprechen können, und wenn sie das menschliche Bedürfnis nach Gemeinschaft und Zugehörigkeit bedient.

Die Frage nach der Existenz eines Gottes wird aus der jeweiligen Religion heraus regelmäßig bejaht, wobei grundsätzlich die konkrete oder abstrakte Vorstellung der Religionsgemeinschaft über das Gottesbild als Grundlage für die Beantwortung dieser Frage dient. Der Glaube daran wird eingefordert, das Nichtglauben mit Konsequenzen belegt.

Kürzlich fragte ich meinen Sohn, der sich zur Evangelischen Feikirche zählt, ob er denn tatsächlich an Gott glaube. Ja, antwortete er, er sei davon überzeugt. Ob er denn an diesen Gott Abrahams glaube, wie er in der Bibel beschrieben ist, an den himmlischen Vater, wollte ich dann weiter wissen. Ja, bezeugte er. Ich erklärte ihm, dass es mir absolut unverständlich ist, wie jemand an ein Wesen außerhalb seiner selbst glauben kann, das einen derartig stark ausgeprägten Minderwertigkeitskomplex hat. Denn wie anders könne man es nennen, wenn der himmlische Vater von seinem geliebten Abraham verlangt, dass dieser den Sohn zur Schlachtbank führe, um Gott, dem gütigen Vater, seine Liebe zu beweisen. Das ist Nötigung, das ist Machtmissbrauch. An diesen biblischen Gott kann ich leider nicht glauben, auch wenn dieser Tausende von Jahren nach diesem Ereignis entschied, von nun an für die Christen ein gütiger, liebender Gott zu sein. Zumal der zur Erlösung gesandte Sohn erst im 4. Jahrhundert nach seiner Geburt vom römischen Kaiser, also von einer weltlichen Instanz, zum Sohn Gottes und diesem wesensgleich gekürt wurde.

Von der philosophischen Essenz her sehe ich mich eher dem traditionellen, ursprünglichen Buddhismus zugeneigt. Das hat zwei Gründe. Zum einen sucht der Buddhismus nicht nach dem Sinn des Lebens und liefert dazu auch keine Erklärung ab. Nach der Überlieferung suchte Buddha die Gründe für die Entstehung allen Leids und die Lösung für die Auflösung allen Leids. Zusammengefasst kann man sagen, dass alles Leid durch den Menschen entsteht und durch diesen auch aufgelöst werden kann. Da gibt es nichts außerhalb des Menschen selbst, das steuert oder regelt. Zum anderen machte Buddha, sofern man der Überlieferung glauben kann, aus seinen Erkenntnissen keine Glaubensfrage. Er forderte seine Anhänger nicht auf, ihm zu glauben, sondern riet ihnen, seine Erkenntnis durch eigenes Erleben, durch eigene Erfahrung zu überprüfen. Ein weiterer Grund für die Unterscheidung zwischen klassischem Buddhismus und Religion, ist die Frage des Gebets. Ein Buddhist betet nicht zu irgend etwas oder zu irgend jemandem außerhalb von ihm. Ein Buddhist geht in die Kontemplation, er meditiert über eine Fragestellung, ein Thema.

Doch wie ich oben schon geschrieben habe: der Mensch hat ein Bedürfnis nach Gemeinschaft, nach Zugehörigkeit. Er möchte die Frage nach dem Sinn des Lebens beantwortet haben, er sucht nach Sinn für sein Dasein. Und so wurde aus dem ursprünglichen Buddhismus schnell eine Religion mit allen Facetten: mit Geistern der Verstorbenen, mit Gebetsmühlen, mit Wiedergeburten, mit so ziemlich allem, was zu einer waschechten Religion dazu gehört, inklusive Hierarchieebenen der Religionsführer und Unterdrückung des einfachen Volkes, worüber man in unserer westlichen Welt nicht viel wissen will, wenn es beispielsweise um die mittelalterlichen, menschenverachtenden Unterdrückungsmethoden durch tibetische Lamas geht.

Doch trotz allem bin ich ein spiritueller Mensch. Nein, kein Esoteriker. Esoterik und Spiritualität kommt für mich nur in den seltensten Fällen zusammen. Esoterik ist ein riesengroßer, legitimer Wirtschaftsmarkt mit einem Milliarden-Umsatz jährlich allein in Deutschland, mit der großen Zielgruppe der Sinnsuchenden, der Fragenden. Auch wenn Buchverlage dazu übergehen, ihre Produkte immer weniger als Esoterik zu klassifizieren, sondern in der Rubrik Lebenshilfe oder Spiritualität einzuordnen, hat das mit der Spiritualität wie ich sie für mich definiere nicht viel zu tun. Und wenn die liebe Gerda aus D-Stadt sich über eine Telefon-Hotline ihre Zukunftsfragen beantworten lässt, hat Gerda wohl eher ein Problem mit sich selbst als mit ihren Lebensumständen. Nur weiß sie das in der Regel nicht und insofern ist auch das okay.

Für mich liegt der erste Schritt des Erfahrens der eigenen Spiritualität darin, zu erkennen, dass es eine Wahrheit gibt. Nicht mehr und nicht weniger. Ich tue hier nun dasselbe, was Religionen tun, wenn sie die Schöpfung ‚Gott’ nennen. Ich gebe dem, was ist, einen Namen, etikettiere es und nenne es „Wahrheit“. Und Wahrheit ist alles, was ist. Nicht mehr und nicht weniger. Ich möchte erklären, was ich damit meine und was es für mich bedeutet.

Noch zu Anfang des Mittelalters galt der Donner während eines Gewitters für die Menschen damals als ein Ausdruck des Zornes Gottes. Selbst meine Mutter sprach noch in den 1950ern Jahren davon, dass der liebe Gott sich ärgere und es deshalb draußen blitze und krache. Heute weiß man, dass der Donner dadurch entsteht, dass sich aufgeheizte Luft in einem Blitzkanal schnell ausdehnt, die Luft in Schwingung versetzt und dadurch den Knall verursacht. Für uns hörbar, weil die Schwingung der Luft auf einen Resonanzboden in Form unserer Trommelfelle trifft. Das ist eine Wahrheit. Diese Wahrheit ist aber nicht erst seit der Erforschung des Gewitters entstanden. Diese Wahrheit war schon immer da. Diese Wahrheit existiert und wird weiter existieren.

Was für mich nun die ganze Sache spirituell macht, in Form von Wahrhaftigkeit, wird vielleicht durch die folgende, spannendere Feststellung noch deutlicher:

Wenn ich meinen Daumen betrachte, so ist dieser Daumen zwar ein Teil von mir, aber ich bin nicht mein Daumen. Nimmt man von meinem Daumen eine DNA – Probe, so findet man darin alle Informationen, die meinen Daumen eben einen Daumen sein lassen. Aber man findet in dieser Probe auch alle Informationen, um mich als Mensch komplett nachbauen zu können und eben nicht nur meinen Daumen. Gehen wir hinunter zu meinem kleinen Zeh, finden wir dort dasselbe Phänomen: alle Informationen, damit mein kleiner Zeh zu einem kleinen Zeh werden konnte, aber auch alle Informationen, um mich komplett nachzubauen. Eine Art Gesetzmäßigkeit, die nicht erst seit der Entdeckung der DNA existiert. Eine Wahrheit, die schon immer war, die ist und sein wird. Eine schöpferische Wahrheit, die nichts fordert, nichts verlangt, die keine Glaubensbekenntnisse aufstellt. Eine schöpferische Wahrheit, die für sich gesehen neutral ist und einfach existiert.

Zu Erkennen, dass es eine grundlegende Wahrheit gibt, die wir durch unsere Forschungen in manchen Bereichen aufgedeckt haben und in anderen Bereichen eben noch nicht, ist für mich der Beginn eines spirituellen Pfades. Jedes auch noch so kleine In-Berührung-Kommen mit dieser Wahrheit, dieser Wahrhaftigkeit, sei es durch Forschung und Entdeckung, durch Kontemplation, durch Meditation ist für mich ein spirituelles Highlight.

Diese Wahrhaftigkeit einem Glaubenssystem einzuordnen oder es mit dem abgelutschten Etikett ‚Gott’ zu versehen, macht sie zu einem Konstrukt, beraubt sie ihrer Neutralität und entzieht ihr aus meiner Sicht jeden schöpferischen Aspekt.

Vielleicht ist der eine oder andere Leser geneigt, mir meine Spiritualität abzuerkennen, weil er das, was ich hier schreibe so ganz und gar nicht spirituell betrachten kann, fehlt doch irgendwie der religiöse, verklärende, mystische Bezug. Nun, das ist für mich auch okay. Gestern gab es diesen Artikel noch nicht, nicht einmal die Absicht, einen solchen Artikel zu schreiben. Heute vormittag waren alle Sätze plötzlich vorhanden, nicht über einen einzigen Satz musste ich nachdenken. Ich schrieb es einfach auf, und es mag ja durchaus sein, dass ich mich irre und nach meinem Tod vollkommen erstaunt sein werde, auf diesen christlichen Gott zu treffen. Dann wird er sich allerdings ein paar Fragen von mir zu der Nötigung von Abraham gefallen lassen müssen. Bis dahin…

© rh

Außer mit dieser Art von Artikeln in meinem blog, befasse ich mich auch mit dem Schreiben von Lyrik und Kurzgeschichten. Sofern Sie sich dafür interessieren, besuchen Sie doch meine Homepage „Meine Schreibe…“

Brauchen wir Väterkurse

„Brauchen wir Väterkurse“, fragt Raimund auf seinem blog „Schwangerschaftserlebnis“ und meint damit wohl eine Art Geburtsvorbereitungskurs nur für Männer. Nebenbei bemerkt: ich finde es erstaunlich, ja geradezu faszinierend, wie lange und kontinuierlich sich mein Freund dem Thema Schwangerschaft widmen kann.

Doch davon vollkommen abgesehen: ich stünde Kursen grundsätzlich positiv gegenüber, wenn sie sich eben nicht ausschließlich auf die Geburtsvorbereitung oder die Schwangerschaftsbegleitung beziehen würden, sondern auch von Paaren belegt werden könnten, die sich noch in der Entscheidungsphase pro oder contra Schwangerschaft befinden. Vielleicht eine Art „Was-kommt-da-auf-euch-zu-Kurs“ oder eine Art „Erziehungskurs auf freiwilliger Basis“.

Wir benötigen eine Lizenz, um ein Auto steuern zu dürfen. Selbst einen Computer würden wir uns nicht kaufen, ohne zu wissen, wie wir dann anschließend damit umgehen. Weshalb dann nicht eine Art Elternkurs, bevor man sich der Erziehung widmet? – Na ja, vielleicht keine gelungenen Vergleiche, aber darüber nachdenken darf ich ja, zumal mir meine eigenen Kids täglich beweisen, dass ich selbst da wohl einige Kursstunden versäumt habe.

© rh

Übrigens: Kennen Sie schon meine eigene Homepage zu meiner Autorenlesung? Nein? Dann klicken Sie doch hier.

Über das Loslassen

Es scheint ein Ausverkauf stattzufinden. Ob in einschlägigen Lebenshilfebücher, in pseudotherapeutischen Nebenbeigesprächen oder in der Praxis erfahrener Therapeuten selbst: das Konstrukt, die Idee vom Loslassen. Wir sollen loslassen. Einfach loslassen.

Auf oft mehr als zweihundert Seiten beschäftigen sich Autoren mit dem Loslassen. Dankbare Problemjunkies reißen ihnen die Drucksachen aus der Hand und ranken sie hoch zu neuen Bestellern. „Her damit!“ ,meinen sie, „Ich will mein Problem nicht mehr, ich will es loslassen.“

Fühlst du dich einsam, verlassen, verarscht? Lass los!

Schmerzt dich die nicht mehr vorhandene Geborgenheit deiner Kindheit? Lass los!

Kommst du nicht mehr damit klar, dass du älter wirst? Lass los!

Magst du nicht mehr so sein, wie du bist? Lass los!

Niemand will zugreifen. Alle sollen loslassen, alle wollen loslassen. Wegmachen das Problem, egal wie, den Schmerz beiseite schieben: loslassen.

Doch dem Loslassen geht ein Zugreifen voraus, ein Haben-Wollen, ein Annehmen. Ich möchte es an einem Beispiel verdeutlichen: Nimm an, vor dir steht eine Tasse und ich sage zu dir: „Lass die Tasse los.“ Dir wird schnell klar, dass du die Tasse zuvor ergreifen musst, um sie dann letztendlich loslassen zu können. Eigentlich profan, eigentlich eine Allerweltsweisheit. Und doch für viele so schwer.

An der Alkoholkrankheit wird dies beispielsweise nachvollziehbar deutlich: Noch nasse Alkoholiker möchten gerne ihre Alkoholsucht loslassen, was für sie meist nichts anderes bedeutet, als saufen zu können, ohne besoffen zu sein, was natürlich nicht funktioniert. Solange die Krankheit nicht individuell angenommen wurde, kann das Schadhafte nicht losgelassen, der Weg in eine zufriedene Abstinenz nicht gegangen werden.

Auch seelische Verletzungen, Trennungsschmerz, Ängste wollen zunächst einmal angenommen, bewusst gemacht, ausgehalten werden. Im Annehmen und in ihrer Betrachtung können sie losgelassen werden, wenn sie nicht mehr benötigt werden. Und das ist eben ein Prozess. Man nimmt nichts mal so ‚nebenbei’ an, was weh tut.

Das Annehmen ist also das eigentlich schwierige, das zu Lehrende. Das Loslassen ohne Ergreifen eher eine Bücher füllende, sinnleere Angelegenheit.

© rh

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Zur Mitte finden

du solltest

zu deiner mitte finden

in deiner mitte ruhen –

wie unlebendig –

nach links fallen

nach rechts rutschen

nicht ausweichen

ausbalancieren

kraftvoll

immer wieder

dort ist die mitte

(rh)

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Joseph Mendels wandlungsgeladene Begegnung mit einem Rotkehlchen

Es begab sich aber zu einer Zeit, da die Großen auszogen, die Kleinen zu besiegen, dass ein gewisser Josef Mendel zuhause in seinem Sessel saß, die Pantoffel bewehrten Füße von sich streckte und einem Rotkehlchen lauschte.

Das Liedchen, das Rotkehlchen vor sich hin sang, erweckte seine Neugierde, denn Josef Mendel war der Vogelsprache, insbesondere der Rotkehlchensprache kundig.

Von Verdammten war da die Rede und von Schlafmützen, die nun endlich erwachen sollten. Außerdem bekämen diese Verdammten nichts zu essen, man zwinge sie zum Hungern.

Wo die wohl lebten, fragte sich Josef.

Rotkehlchen tirilierte munter weiter und so konnte Josef viel über ein mächtiges Feuer erfahren, dessen Glut tief im Innern eines Kraters brodelte, dass das Recht derer, die im Besitz dieses Feuers seien, nun zum Durchbruch dringen würde.

Oh, Josef Mendel gefiel dieses Liedchen immer mehr. Ergriffen hörte er von einem Signal, das an alle Völker der Erde ausgesandt würde. Eine letzte Schlacht solle geschlagen werden und die Rechte aller Menschen erkämpft..

„Das ist gut“, dachte Josef Mendel, und als er zudem erfuhr, dass in dieser Welt einige Müßiggänger lebten, die man einfach beiseite schieben solle, weil die Welt denen gehört, die das Rotkehlchen zu wecken versuchte, da ward dem Josef Mendel warm ums Herz.

Er stand auf, dankte dem Rotkehlchen und beschloss, gemeinsam mit den Kleinen auszuziehen, die Großen zu besiegen. Doch die Strasse war so leer…

(c) rh

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