Hauptsach eensachtzisch groß

Hauptsach eensachtzisch groß un in dä Laag, Laminat zu verlege. Mehr erwart se net, die modern, Rollebilder ablehnende Fraa mit Höheverschiebung im Blick. In so ähner Beziehung uf Augehöh därf donn schun mol äh Steigung däbei soi, damit se schää nuff gucke konn, wenn er mol widda fremdgonge is. Un wenn er dodävu donn noch verschwitzt äh Bierflasch halte konn, wirkt er sogar noch rischdisch sexy

Hauptsach eensachtzisch groß un in dä Laag, Laminat zu verlege.

Natierlisch schoint bei aller Greeß donn aah wischdisch, dass der Ausgewählte sich selwer gegeiwer ufgschlosse is und Gfühle zeige konn.

Gfühle! – Himmel nochemol, Ärger is kee Gfühl, he? – Ärger is sogar ä sattes Gfühl, meine Damen, awwer sowas vun satt!

„Des is Dominonz, des is Machtohschpruch.“ meent se donn, die Isch-wees-was-isch-will-Fraah. „Also sei still und verleg weiter Laminat“.

Mensch, was hab isch die Nas voll. Isch konn’s nimmer heere. Immer des Gleiche Beuteschema und donn schdändisch des Gejommer. Awwer Hauptsach eensachtzisch groß. Als durchschnittlicher Wissenslewwel vun dem Riese reicht’s schun aus, wenn er wees, dass ä Buch aus bedruckte Seite beschteht. Mehr braucht er ja ah net zu wisse fers Laminatverlege. Lese muss der Zukünftische bloß om Laptop kenne.

Escht, Leit, isch konn des Piense nimmer mehr heere. So isses halt ämol: wenn Fraa immer des Gleiche sucht, kriegt se halt ah des, was se schun immer kriegt hot.

Un donn sin do noch die onnere ‚feminine Gschöpfe‘ mit normaler Blickrichtung, fer die so maskuline Adribuhde nebesäschlisch sin: die Mütter.

Himmel, was sin in dere Welt Mütter unnerwegs, die ständisch Ziehsöhn suche. Sie wolle der die Welt erkläre, wisse gonz genau, was fer disch rischdisch un gut is. Wenn ämol än Schwoinshaxe verdrickt hosch un mit ä paar Gromm mehr uf de Rippe durch die Gegend wackelscht, rote se der, die Schilddries unnersuche zu losse, denn bei dä Ilse, dä Gerda oder dä Erna war des ähnlisch und hot iwerhaupt nix mit dene unzählische Sahnetorte zu tu ghabt.

Isch frog misch, wie isch iwerhaupt hab so alt werre könne. Isch weeß jo gar nix. Isch bin iwerhaupt net lebensfähig in derre schrecklische Welt: „Lasset die Mütter zu mir kommen…“

Isch hab uf des alles keen Bock mehr. Mittlerweil bin isch single-gebildet durch moin männlische Single-Haushalt mit eener Single-Erfahrung, die mer kee Mutter der Welt mehr wegnehme konn. Isch weeß jetzt, dass Biggelwäsch im Schronk ned schimmelt un sehr long lagerfähisch bleibt. Durch Fenschterscheiwe konn mer immer durchgucke, ah wenn se dreckisch sin. Un wenn du durchs Küschefenschter sowieso bloß uf die Hauswond vum Nachbar guckscht, reicht des, wenn du dich zweemol im Johr mit dene Scheibe befasst. – Un wenn du nach sechs Woche die Wohnung putze tust, werd’s genauso sauwer, als tätscht du des jeden Tag mache, dauert bloß ä bissl länger. Die Zeit hoscht awwer vorher schun durch Nixmache locker roi gholt.

Isch hab halt keen Bock mehr uf Verschtehe, uf Verschdäntnis, uf Emphadie. Isch konn des Gejommer nimmer heere.

Suche? Wer sucht n do wen? Isch such nix! Un vorallem werb isch net um irgendwelche Gunscht. Isch bin weder än Jäger noch än Minnesänger, der ähni im Elfebeeturm bezirze will. Wenn sich irgend ähni der ‚Holden‘ fer misch intressiert, soll se die Hond strecke. Zeig disch! Isch bin nämlich keen Hellseher!
Wenn isch iwerhaupt was such, donn genau die hochgschtreckte Händ. Wobei diejenische, die misch wege ihrer Blickverschiebung die gonz Zeit iwersehe hawwe, gern die Finger unne losse därfe. Es schtehe genug Laminatverleger bereit, die ins Beuteschema passe. Mol so newebei: solle jo eigentlisch die Männer soi, die immer bloß ‚das Eine‘ wollen und suchen.

Isch konn’s nimmer heere, des Gschwätz, des jämmerlische Laminat…, Laminatier… Lamentieren. –

Ou….ou…isch muss raus do, raus aus dem Badezimmer! Des is doch ned normal, das isch seit gut eener halwe Schdund moi Spiegelbild ohkeif und mir selwer ähn Vortrag halt.

Außerdem betrifft misch des jo ah gar net: isch – hab ‚Teppichbodde‘.

© Rolf Höge

Mit Mundart, Mannheimer Dialekt, besser gesagt ‚Monnemerisch‘ bewege ich mich auf einem für mich neuen Feld.Gerne baue ich solche Texte in meine Autorenlesung ein.

Angst

Vorrübergehend außer Gefecht gesetzt. Vorrübergehend, weil es ja wieder besser werden kann. Alles bleibt außen vor, abgeschottet von der Welt, zurückgezogen in sich selbst mag er nur entfliehen.

Diese verdammten Tabletten, ein ganzes Chemiewerk, was er da täglich in sich hineinstopfen muss. Der Nutzen überwiegt die Nebenwirkungen, meint der Arzt. Wieder diese Schmerzen, den Weg bahnend für die Angst, die ihn gefangen hält. Je mehr er entfliehen will desto stärker kreisen die Gedanken um diese Angst, fokussieren sie, machen sie mächtig und groß bis sie seinen Körper kontrolliert.

Diese vielen Ratschläge. Nach vorne schauen, die Zukunft gestalten. Und er spürt diese Fesseln, die das Wissen am Handeln hindern und weiß nicht, wann er sich die angelegt hat. So invalid, so versehrt fühlt er sich nach diesem Eingriff, so vollkommen ohne Einfluss, so unvorbereitet hart konfrontiert mit seiner Endlichkeit.

Aufstehen, sagt er sich, aktiv sein, nach vorne schauen und Licht erzeugen in dem Grau, an das er sich klammert, weil Grau immer noch lebendiger ist als tot.

Nichts ist mehr wie früher. Ein Herzinfarkt und dieser Bypass bringt ihm die Sorglosigkeit der Vergangenheit nicht wieder zurück. Da war jemand in seinem Körper und damit lebt er nun, zumindest heute.

© rh

Ist das Kunst?

Ob es Kunst ist, was ich erschaffe, fragte mich vor kurzem ein Kollege. Ich zuckte die Schultern, denn tatsächlich habe ich keine Ahnung, ob das, was ich da ab und an kreiere, die studierte Fachwelt als Kunst bezeichnet, nicht einmal, wer zu dieser sogenannten Fachwelt zu zählen ist.

Schreiben, wenn mir danach ist, abstrakt malen, wenn mir danach ist, texten und singen, wenn mir danach ist. Eindrücke aufnehmen, verarbeiten daraus etwas Neues schaffen, womit der eine etwas anfangen kann der andere vielleicht weniger. So ungefähr läuft das ab.

Mir steht ein Gehirn zur Verfügung, das Prozesse wie ein Computer verarbeitet. Die Software, die verwendet wird, enthält meine Fähigkeit, zu produzieren sowie meine inneren Glaubenssätze, frühe Prägungen und meine Wahrnehmungsfilter, auf denen sich der Verarbeitungsprozess aufbaut. – Das ist schon alles. / rh

Hand-Zeichnung

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Vun de Sunn

Vun de Sunn
ded isch gern schreiwe,
vun de Sunn.

Vun
de Lederhosse,
vum Barfusslaafe,
vum Zitroneeis
uffm Bodde.

Vun de Sunn
muss isch schreiwe,
vun de Sunn.

Wie se gonnge is
nach jeder Ohrfeig,
wie se mer gfehlt hot
mit de Flasch am Hals

Vun de Sunn
ded isch so gern schreiwe
vun de Sunn.

Wie se widder uffgonge is,
vum Noiblinzle,
vum Kopp on moiner Schulter:
so rischdisch alles

Ja, vun derre Sunn
will isch schreiwe,
weil se widder schoint –

jetzt
iwwer dir
iwwer mir.

© Rolf Höge

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Kaum einer da

Diese Sonnenstrahlen
hätten wir gewünscht,
untergehakt im Vorwärtsrennen.

Der Schal und Wolfi
wie schnell man auf die Fresse fällt beim Laufen.

Geduckt durch die Weißhelm-Alee
leergebrüllt

Momentan
kein Wasser auf den Straßen.
Auch sonst kaum einer da.

Die Taube fliegt
neuerdings
im Internet.

(c) Rolf Höge

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Aus meinem Projekt ‚Briefwechsel‘

…’Lege deinen Kopf in meinen Arm,‘, möchte ich zu ihm sagen, ‚es gibt nichts zu tun, fange an zu erzählen und wenn es dir gut tut, dann weine.‘

Seit Stunden liege ich wach und denke an meinen Sohn. Nicht an den erwachsenen Sohn, der Häuserwände beschmierte, in Kaufhäusern Parfum stahl, um es an der nächsten Straßenecke zu verkaufen für den nächsten Joint, oder ein bisschen Heroin. Nicht den Sohn, der den Vater so oft belog, kein Versprechen einhielt, wiederholt Suchttherapien abbrach und konsequent den Weg in die Gefängniszelle ging.

An mein Kind denke ich, das ich immer in mir trage an jenem Ort tief in meiner Seele, den ich nicht zu benennen vermag und der so voller Kraft ist und Geborgenheit, dass sich mein Kind dort ausruhen kann, auch wenn sich Eisentüren hinter ihm schließen und die Verletzungen, die es mir zufügte, jetzt gerade brennend nach dieser Flüssigkeit schreien, mit der ich den Schmerz betäuben und ihm für eine Weile entfliehen könnte. Flucht, welch hässliches Wort, doch wie erleichternd für den Moment. Doch der Saufdruck entpuppt sich als ein lediglich vorbeihuschender Gedanke, nicht wert, länger als die Dauer eines aufflammenden Blitzlichtes bei mir zu verweilen.

‚Ruhig, ruhig mein Sohn, schlafe wieder, lege deinen Kopf in meinen Arm und schlafe weiter.‘ – Wo ist der Vater für mich, der einfach nur für mich da gewesen wäre? Mutter, wo bist du? Ich möchte mich einfach nur ausruhen, nur ausruhen. Nein, keine Worte, Mutter, nicht schon wieder Worte, die erklären, was ich nicht auch schon weiß, nicht wieder diese hilfsbereite Erbarmungslosigkeit.

Diese Nacht! Wenn die stummen Schreie in mir gehört werden, kann ich vielleicht endlich loslassen. Dieses zwanghafte Umklammern meiner Gedankenströme. Wie sehr ich mich aus der Einsamkeit heraus wünsche. Keine Kälte mehr, nur warmes Verlangen nach mir, nach dem einzigen Vertrauten. Ihr seid ja alle so weit weg, doch wolltet ihr näher kommen, ich wüsste es zu verhindern.

Ich bin stumm. Und die Nacht schreit so laut, dass ich nicht schlafen kann.
Manchmal gibt es eine stumme Übereinkunft, ein gegenseitiges Wissen. Manchmal, ja manchmal ist es auch wichtig zu hören: ‚Du – ich hab‘ dich lieb.‘

Gerade dann, wenn alles durcheinander läuft…

(rh)

Sind Sie an weiteren Texten oder gar an einer Autorenlesung interessiert? Dann besuchen Sie doch meine Homepage.

Worte als Berührung zwischen Autor und Leser

Lesung in MannheimWorte berühren auf unterschiedliche Weise. Sei es das gefühlvolle Liebesgedicht, die szenische Skizze einer betroffen machenden Realität oder die Humoreske, die zum Schmunzeln einlädt.

Wenn sich die Wege von Autor und Leser für kurze Zeit kreuzen, ist es die Berührung durch den Text, die Begegnung zulässt.

Eine Autorenlesung stellt für mich eine besondere Art der Begegnung dar: eine Begegnung mit dem Ziel, Worte auf die eine oder andere Weise berühren zu lassen und sei es auch nur für die Zeitspanne eines Abends.

Institutionen, Vereine, Gruppen, Cafés…

Haben Sie Interesse an einem Abend mit meinen Texten? Schauen Sie sich auf meiner Homepage um und nehmen Sie Kontakt mit mir auf.

Lesezeit: ca. 40 Minuten. Für Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Gib jedem Schritt seinen eigenen Sinn

Authentische Texte, gefühlvolle Lyrik und wohltuende Heiterkeit waren das Rezept für eine Begegnung zwischen Autor und Leser während der Autorenlesung in der AHG Klinik in Bad Dürkheim, bei der auch der Dialog zwischen den Texten seinen Raum fand und gerne genutzt wurde.

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„Wir sind uns heute wirklich begegnet.“ meinte dazu eine Teilnehmerin. Der Erfolg der gut besuchten Lesung spiegelte sich auch in dem vielfältigen Wunsch der Signaturen im anschließenden Buchverkauf wieder

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‚Gib jedem Schritt seinen eigenen Sinn‘ war eine häufig gewünschte Widmung, die ich den Teilnehmern in das Buch „Berührungen: Lesetexte“ schreiben durfte.

Berührungen-Cover2-Vorders-epubliDas Buch „Berührungen: Lesetexte“ ist im Buchhandel unter der ISBN 978-3844273793 erhältlich.

Sollten Sie auch Interesse an meiner Autorenlesung haben, nehmen Sie bitte über meine Homepage Rolf-Hoege.de mit mir Kontakt auf.

Trocken. Was nun? – Ein Weg in zufriedene Abstinenz

Der Weg in ‚zufriedene Abstinenz‘ bedeutet zunächst einmal, eine Entscheidung zu treffen, nämlich die Entscheidung abstinent leben zu wollen. Damit ändert man die Blickrichtung von ‚ich will nicht mehr trinken’ hin zu ‚ich will zufrieden abstinent leben’

Wenn ich also diese Entscheidung getroffen habe, dann steht mir das ‚Lösungsmittel’ Alkohol in all den Problemsituationen nicht mehr zur Verfügung. Sich nach Stresssituationen abends gemütlich mit einem Glas Rotwein zu entspannen, taugt für einen Alkoholiker nicht als Entspannungsmethode. Sich mal eben etwas Mut anzutrinken, bevor man beispielsweise eine Frau zum Tanzen auffordert, ist ebenfalls nicht angesagt. Das Gefühl, sich ausgegrenzt zu fühlen, weil man auf Partys keinen Alkohol trinkt, kann man nicht einfach mal so wieder wegsaufen. Wenn die Entscheidung zur Abstinenz wirklich getroffen wurde, steht die Krücke Alkohol nicht mehr zur Verfügung. Und dann ist es tatsächlich so als würde man das Laufen neu lernen.

Aus diesem Grund halte ich auch Selbsthilfegruppen für wichtig. Denn dort sitzen trockene Alkoholiker, die bereits laufen können. Sie sind der lebende Beweis dafür, dass ein Leben ohne Alkohol möglich und erstrebenswert ist.
Trocken-Postk-Vorders
Nun erkläre ich in meinem Ratgeber „Trocken. Was nun?“ nicht, was man nun in der einen oder anderen Problemsituationen tun soll anstatt zu trinken. Denn es geht ja um Wege in eine „zufriedene“ Abstinenz, nicht um Trinkalternativen.

Zufriedene Abstinenz ist kein fertiges Produkt, kein Ideal, das am Ende eines langen, schwierigen Weges steht. Man kann sie nicht suchen, um sie letztend­lich zu finden. Man muss sie entdecken, für sich ganz persönlich. Das heißt, man wird nicht irgend­wann an einem Zielpunkt ankommen, den man dann „zufriedene Abstinenz“ nennt und den man nur zu halten braucht.

Zufriedene Abstinenz gleicht einer Entdeckungsreise, einer langen Fahrt und der Sinn dieser Fahrt ist die Reise selbst. Dabei kann man auch schon einmal in einen Stau geraten. Es gilt aber, sich auf dieser Fahrt selbst immer besser kennen und verstehen zu lernen und dabei mehr und mehr zu entdecken, was für einen ganz persönlich Zufriedenheit bedeutet.

„Trocken. Was nun?““ können Sie hier beziehen.