Worauf ruht unsere Aufmerksamkeit

Wollen wir gemeinsam eine kleine Übung machen, ja? Ok, dann los:

Setze dich entspannt hin und betrachte die Gegenstände und Einrichtungen des Raumes, in dem du dich gerade befindest. Merke dir davon fünf mit der Farbe blau.

Schließe nun deine Augen und zähle fünf Dinge auf, die du ebenfalls wahrgenommen hast, mit der Farbe gelb.

Sicherlich ist es dir schwerer gefallen, die gelben Gegenstände aufzuzählen, weil deine Aufmerksamkeit auf der Farbe blau ruhte. Trotzdem war alles mit der Farbe gelb um dich herum ebenfalls vorhanden. Dein Bewusstsein hatte dies nur für einen Moment ausgeblendet, weil die Aufmerksamkeit für die Farbe gelb zur Lösung der Aufgabe nicht benötigt worden war.

Alles, worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken, wird mehr, weil es dadurch in unser Blickfeld kommt. Als Vergleich mag dazu der Lichtpegel eines Autoscheinwerfers dienen. Die Gegenstände, auf welche die ‚Aufmerksamkeit‘ des Scheinwerferlichtes fällt, werden erhellt und können wahrgenommen werden. Alles andere, links und rechts des Fahrbahnrandes, ist zwar ebenfalls vorhanden, wird aber aufgrund der Dunkelheit von uns nicht gesehen.

Ruht unsere Aufmerksamkeit darauf, dass wir annehmen, Mangel erfahren zu müssen, beispielsweise an Geld, an Beziehung, so wird unser Mangelgefühl, unser Verzichtsgefühl eher größer anstatt kleiner. Richten wir unsere Aufmerksamkeit auf Angst, werden wir mehr Angst erfahren. Geben wir der Zuversicht mehr Aufmerksamkeit, allem, was wir können, was uns erfreut, was uns Spaß und Laune bereitet, was wir erreichen oder bewirken möchten, werden wir genau davon mehr erfahren.

Es gibt kaum etwas, was mehr Anziehungskraft besitzt, als eine lebendige Vision. Fühlen wir uns also frei, diese Erkenntnis in unseren Alltag zu übertragen und verdeutlichen wir uns, wir können stets wählen, welchem grundsätzlichem Denkmuster wir in unserem Leben den Vorzug geben.

„Ein alter Indianer saß mit seinem Enkel am Lagerfeuer. Der Alte schaute in die züngelnden Flammen des Feuers und sprach: „Mein Sohn, manchmal ist mir, als ob zwei Wölfe in meinem Herzen einen Kampf miteinander führen. Der eine Wolf ist aggressiv, grausam und sucht die Rache. Der andere ist sanft, mitfühlend und voller Liebe für die Menschen und die Natur.“ Da fragte der Enkel seinen Großvater: „Welcher der beiden Wölfe wird den Kampf um dein Herz gewinnen, Großvater!“ „Nur der Wolf, den ich füttere.“ antwortete der Alte. (Quelle: zeitzuleben.de“)

© rh

Auszug aus meinem e-book „Quo vadis Alki“.
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Neuschöpfung

sehnsuchtsgeschmerzt hartgefühlt

innenbetont heimgezogen

Leere getankt

zartgefühlt aufgetaucht:

Hallo, Welt

© rh

Der nasskalte Herbst liefert den Hustensaft gleich mit

Wenn der Spätsommer nur noch Erinnerung ist, und das erste Frösteln bereits den nahen Winter ankündigt, wartet der Herbst nicht nur mit beliebtem, grünen Küchengemüse auf, sondern liefert uns auch ein medizinisches Hausmittel, das im Zeitalter chemischer Keulen wohl etwas in Vergessenheit geraten ist. Der Winterrettich, auch Schwarzer Rettich genannt, findet noch heute seine Verwendung bei Husten und Heiserkeit.

Schwarzer Rettich

In Großstädten ist der Schwarze Rettich eher selten zu bekommen. In ländlichen Gegenden zählt er nach wie vor zum Sortiment ansässiger Bauern.

Um den begehrten Hustensirup zu erhalten, schneidet man dem Winterrettich eine Kappe ab und höhlt ihn dann aus.

Aushöhlen

Das ausgehöhlte Gemüse füllt man nun mit braunem Kandiszucker, setzt die Kappe wieder auf und lässt das Ganze ungefähr 24 Stunden ziehen. In der Aushöhlung bildet sich nun Sirup, der sehr lindernd bei Husten wirkt.

Warten auf den Hustensaft

© rh

Und wenn Sie im Herbst nach Gemütlichkeit suchen, dann schauen Sie doch auf meiner Homepage vorbei und genießen Sie meine Texte und Audio-Dateien.

Anderer Trainingsinhalt

Hab‘ Achtung
vor mir selbst gewonnen.

Hab‘ viel gereut
in letzter Zeit.

Hab‘ auch zu denken
nun begonnen.

Doch heut‘ –
trainier’ ich Fröhlichkeit.

(c) rh

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Brauchen wir Väterkurse

„Brauchen wir Väterkurse“, fragt Raimund auf seinem blog „Schwangerschaftserlebnis“ und meint damit wohl eine Art Geburtsvorbereitungskurs nur für Männer. Nebenbei bemerkt: ich finde es erstaunlich, ja geradezu faszinierend, wie lange und kontinuierlich sich mein Freund dem Thema Schwangerschaft widmen kann.

Doch davon vollkommen abgesehen: ich stünde Kursen grundsätzlich positiv gegenüber, wenn sie sich eben nicht ausschließlich auf die Geburtsvorbereitung oder die Schwangerschaftsbegleitung beziehen würden, sondern auch von Paaren belegt werden könnten, die sich noch in der Entscheidungsphase pro oder contra Schwangerschaft befinden. Vielleicht eine Art „Was-kommt-da-auf-euch-zu-Kurs“ oder eine Art „Erziehungskurs auf freiwilliger Basis“.

Wir benötigen eine Lizenz, um ein Auto steuern zu dürfen. Selbst einen Computer würden wir uns nicht kaufen, ohne zu wissen, wie wir dann anschließend damit umgehen. Weshalb dann nicht eine Art Elternkurs, bevor man sich der Erziehung widmet? – Na ja, vielleicht keine gelungenen Vergleiche, aber darüber nachdenken darf ich ja, zumal mir meine eigenen Kids täglich beweisen, dass ich selbst da wohl einige Kursstunden versäumt habe.

© rh

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Zur Mitte finden

du solltest

zu deiner mitte finden

in deiner mitte ruhen –

wie unlebendig –

nach links fallen

nach rechts rutschen

nicht ausweichen

ausbalancieren

kraftvoll

immer wieder

dort ist die mitte

(rh)

Und zu meiner Autorenlesung geht es hier: „Meine Schreibe…“

Steh auf und geh!

Sie haben dich gerettet. Nach mehr als acht Stunden stellten sich diese schrecklichen Magenschmerzen als Herzinfarkt heraus, als Hinterwandinfarkt. Der Schmerz ist vorüber. Du spürst nicht einmal, dass da etwas war. Zwei Stents wurden gesetzt, das Blut fließt wieder. Ein Herzkranzgefäß konnte nicht geöffnet werden, muss sich schon vor langer Zeit geschlossen haben. Eine Bypass-Operation raten sie dir.

Und du fragst dich nach dem Sinn. Der Infarkt zeigte dir deutlich, du bildest keine Ausnahme, auch du bist sterblich. Und du fragst dich nach dem Sinn, spürst die Angst in dir. Nicht die Angst vor dem Tod, sondern die Angst, alles zu verlieren, die Angst, jede Erinnerung ausgelöscht zu bekommen. Und du fragst nach dem Sinn.

Ein halbes Jahr später kommt die Bypass-Operation. Diesmal ist der Schmerz nicht vorüber. Nur langsam lernst du wieder ein paar Treppen zu steigen. Sie bereiteten dich nicht ausreichend darauf vor. Wenn du einen weißen Arztkittel siehst, steigen die Tränen hoch, du kannst es nicht verhindern, sie kommen ungefragt. Und du fragst dich nach dem Sinn. Wie viele Lebensjahre rechtfertigen diesen Eingriff. Du wirst gehen müssen, irgendwann. Vielleicht morgen, vielleicht in ein paar Jahren. Man gewährte dir noch etwas Zeit.

„Es war nur ein leichter Infarkt. Man sieht ihn kaum. Damit können Sie locker noch über zwanzig Jahre leben“, sagten sie dir. Und du leidest so sehr, dass du mit dieser Zeit nichts anfangen kannst, sie aber auch nicht hergeben möchtest.

Und du fragst dich nach dem Sinn.

Und eines Morgens wachst du auf und die Sonne scheint. Sie scheint wieder, auch für dich. Und du erkennst, dass du der Zeit ihren eigenen Sinn geben musst.: „Steh auf und geh!“

© rh

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