Parkplätze in der Sahara

”Die müßtet all in der Wüste parke!” ereiferte sich meine Nachbarin, Frau Wehmüller, als ich ihr am Samstagmorgen auf der Straße begegnete.
Beladen mit zwei schweren Tüten, kehrte sie von ihren Einkäufen zurück und schlängelte sich verärgert durch die Reihen falsch geparkter Autos.
Insgeheim mußte ich Frau Wehmüller zustimmen, denn anstatt ihre Fahrzeuge in den vorgesehenen Parkhäusern unterzustellen, hielten es viele Anwohner für angebracht, den Gehsteig mit ihren Vehikeln teilweise zu besetzen, was aufgrund zu schmal geratener Fußwege die Passanten nötigte, die Fahrbahn zu betreten.
Ich machte mir daher wohl zurecht Gedanken über die Aussage von Frau Wehmüller und kam nach einigen Überlegungen zu folgendem, fast wissenschaftlichem Ergebnis:
Lenkt der deutsche Kraftfahrer sein Fahrzeug in die Sahara, schlägt sein Herz zunächst höher. Anders als in der Bundesrepublik findet er hier Parkplätze in Hülle und Fülle. Parkplatzsorgen sind dort gänzlich unbekannt.
Weshalb, drängte sich mir die Frage auf, werden diese Parkplätze dann nicht genutzt?
Abgesehen von der geographischen Lage der Sahara, eine berechtigte Frage! – Aber, man übersieht dabei den dem Deutschen angeborenen Sinn für symmetrische Ordnung.
Seit der Erfindung des Autos, lebt der Deutsche mit der Erkenntnis, daß Jahr für Jahr mehr Regeln für die Benutzung eines solchen Fahrzeuges notwendig sind und sein werden.
So findet man auf Deutschlands Straßen eine Unmenge weißer Striche und blauer Schilder, die das Geschehen auf unseren Parkplätzen bestimmen und streng abgrenzen.
Ein Erscheinungsbild, das in der Sahara vollkommen fehlt!
Wollte nun ein deutscher Kraftfahrer sein Fahrzeug in der Sahara parken, käme dies einem Chaos gleich, das gleichbedeutend wäre mit dem Untergang aller gesetzten deutschen Ordnungsnormen.
Unermüdlich würde der Kraftfahrer in der Wüste herumirren, um einen geeigneten Ruheplatz für sein liebstes Spielzeug zu finden.
Jedoch, nirgendwo ein Schild, das auf so einen Platz hinweist, nirgendwo die beliebten weißen Striche, an denen er ersehen kann, ob sein Fahrzeug richtig oder falsch steht.
Auch der Polizist, an dessen Gesichtsausdruck er sich notfalls noch orientieren könnte, ist weit und breit nicht zu sehen.
Was bliebe also anderes, als zu fahren und zu fahren, bis das Benzin zu Ende ginge und womöglich nur noch der qualvolle Tod des Verschmachtens in der Wüstensonne greifbar wäre?
So wird die Sahara bis auf den heutigen Tag von Deutschlands Kraftfahrern gemieden, was ich Frau Wehmüller, sobald ich mein Auto weggefahren habe, schnellstens berichten muß.

(c) rh

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Video – Heimat, deine Söhne

Eigener Song, selbst gesungen. Text unterhalb des Videos:

Heimat, deine Söhne

‚Ich möchte dich so gerne seh’n,
die alten Wege mit dir geh’n’
das schreibt er ihr in jeden Brief hinein.

Ich möchte deine Lippen spür’n,
dein leuchtend goldnes Haar berühr’n,
unter Kameraden fühl ich mich allein

Heimat, deine Söhne,
eine handvoll Leute sandte sie hinaus.
Heimat deine Söhne,
dort wo sie stehen, sind sie nicht zuhaus’.

Ich bin in diesem fernen Land,
kein Bild von dir und keine Hand,
die mich zärtlich streichelt, wenn ich einsam bin.

Die Wahrheit ist so weit entfernt,
ich habe schnell dazu gelernt:
erkämpfter Frieden macht doch keinen Sinn

Heimat, deine Söhne…

Verstand und Denken abgelegt,
Menschlichkeit hinweg gefegt,
weil aus Armut neue Aggression entseht.

Sie haben uns hierher geführt,
weil Öl allein die Welt regiert
und sie senden immer neue Jungs hinaus.

Heimat, deine Söhne,
eine handvoll Leute sandte sie hinaus.
Heimat, deine Söhne,
dort wo sie stehen, sind sie nicht zuhaus’.

Und sie senden immer neue Jungs hinaus,
und sie senden immer neue Jungs hinaus.

© rh

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Das Blog hat die Führung übernommen

Sitze mal wieder vor dem PC und bearbeite die Tastatur. Ein neuer Eintrag für das Blog muss her, für dieses gefräßige, nimmersatte Ungeheuer.

Text will es fressen., täglich, regelmäßig. Seien es auch nur wenige Sätze, sie müssen in das Blog. Es war meine freie Entscheidung, täglich neuen Content zu produzieren. Jetzt hält es mich gefangen, das Ungeheur, mit dem ich mich konfrontierte und das mein Gehirn jeden Tag fordert.

Schreiben wollte ich. Schreiben muss ich.

Das Blog hat die Führung übernommen – auf seine ganz besondere „art“.

© rh

Vom Oben und vom Unten

„Du meinst also, ich sehe etwas herunter gekommen aus.“ fragte Manuel und lächelte Daniel von der Seite her an. Sie hatten sich beide ins Gras gesetzt.
„So erscheinst du mir – ja.“ antwortete Daniel. “ Würde ich einfach in Hosen herum laufen, die mir in den Kniekehlen hängen und beim Gehen mit den Füßen über den Boden schlürfen, hätte ich zuhause gleich den größten Ärger am Hals. Obwohl – du scheinst dich damit ganz wohl zu fühlen.“
„Lass uns doch bei der Aussage ‚herunter gekommen‘ bleiben.“ beharrte Manuel und blickte fast verträumt in die Ferne. „Das würde doch bedeuten, dass ich zuvor irgendwo und auf irgendetwas oben sein gemusst hätte, oder ?“
„He? Das verstehe ich nicht“ erwiderte Daniel. „Keine Ahnung, was du meinst.“
„Nun, manchmal werden schon unverständliche Dinge in den Tag geplappert. Ich kann doch nur herunter kommen, wenn ich zuvor oben bin.“
„Mensch, das sagt man halt so. Ist ne Redewendung oder so was. Mehr nicht.“
„Das sagt man eben nicht nur so!“ lächelte nun Manuel. „Wer das so sagt, hat oft eine ganz eigene Vorstellung davon, was oben ist.“
„Hm,“ machte Daniel, „kann schon sein. Du hast vielleicht verdrehte Überlegungen.“
„Die sind nicht verdreht. Die sind logisch.“
„Aha.“ Daniel grinste.
„Darf ich dir eine Frage stellen, Daniel?“
„Sicher doch.“
„Nun, wer bestimmt eigentlich, wer oder was oben ist ?“
„Derjenige, der den anderen als ‚herunter gekommen‘ betrachtet ?“
„Genau.“
„Hm.“ meinte Daniel und blickte ernst vor sich hin.
„Es könnte aber auch ganz anders sein.“ fuhr Manuel fort.
„Na wie denn?“
„Vielleicht, dass Leute, die so etwas sagen, selbst unten sind. Und die Heruntergekommenen sind zu ihnen herunter gekommen.“
Für einen Moment schwiegen die beiden Jugendlichen. Daniel schnippte mit der Hand ein kleines Aststückchen achtlos zur Seite. Eigentlich hatte er sich nicht viel dabei gedacht, als er Manuel zu verstehen gab, er wirke in seiner schmuddeligen Kleidung und mit seiner lässigen Art, sich zu bewegen, wohl etwas herunter gekommen. Aber was Manuel jetzt dazu von sich gab, war ja nicht von der Hand zu weisen. Manchmal spricht man etwas aus, ohne sich bewusst zu sein, auf welche Weise man sich eigentlich eine Meinung über andere bildet. Manuel hatte ihm hier eine ganz schöne Denkaufgabe verpasst.
„Weißt du was?“ sprach er ihn an. „Ich glaube es gibt kein oben und unten.“
„Sondern?“
„Alle Menschen haben das Recht, so zu sein wie sie sind. Wir werden alle auf die selbe Art und Weise geboren. Erst danach sagen uns Eltern, Lehrer, das Fernsehen und viele andere Erwachsene wie unterschiedlich wir doch seien. Und dann gibt es plötzlich ein Oben und Unten. Das ist nun meine Logik.“
„Und wie denkst du, könnten wir das vermeiden ?“ fragte Manuel.
„Einfach indem wir miteinander reden und akzeptieren, dass jeder die Welt aus seinen Augen sieht.“
„Das hast du schön gesagt.“ lächelte Manuel und warf seine Baseballmütze in die Luft.

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Wie ich wieder Single wurde

Ich führte Elke in ein nettes, gemütliches Restaurant aus. Bei Tisch kamen wir so richtig ins Gespräch, und auch sie fand mich sehr sympathisch.
„Die Dates, die ich bisher übers Internet hatte, waren Fakes“, meinte sie. „Entweder die Männer erschienen nicht oder sie sahen ganz anders aus als auf dem Bild, das sie mir schickten. – Aber Du, Du siehst genauso aus wie auf dem Bild. Du bist ehrlich.“
Ihre braunen Augen strahlten.
„Ja“, säuselte ich, „ich bin ehrlich.“
Ich rückte meinen Stuhl näher an den ihren heran und versuchte meinen Arm um ihre schlanken Schultern zu legen. Doch sie entzog sich mir geschickt, und ich griff ins Leere.
”Du solltest jetzt doch den Ober rufen.” zwinkerte Elke. ”Es ist schon spät und Du weißt ja: gut Ding will Weile haben.”
An der Garderobe half ich ihr in diesen Mantel, aus dessen Seitentasche dann diese Karte fiel, die ich aufhob und laut vorlas:
„ Elke Mitzbach – Ihre seriöse Treuetest-Agentur“

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Disharmonie

Immer im Takt,

immer im Takt.

Bloß nicht taktlos,

ohne Takt

kein Rhythmus.

Rhythmisches Takten,

taktloser Rhythmus,

aus dem Rhythmus gebracht,

aus dem Takt geworfen –

erst vorgeworfen,

dann weggeworfen.

© rh

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Von Zauberlehrlingen und Magiern

Wenn alter Wein in neuen Schläuchen dem Leben im Wege steht…

Die Welt ist voll von Zauberlehrlingen. Du findest sie zwischen den unzähligen Marktständen des Esoterik-Marktes, der ständig alte Weisheiten in neue Gewänder kleidet, der Produkte auf den Markt wirft, die dem Zauberlehrling scheinbar versprechen, sich von der übrigen Menschheit durch geheimes Wissen und okkulte Anwendungen als etwas Besonderes hervor zu heben. Nichts davon ist geheim und nichts davon ist etwas Besonderes. Wie sollte auch etwas geheim sein, das verkauft werden soll?

Nun ist es vollkommen legitim, wenn dieser Wirtschaftszweig mit neuen, verkaufsfähigen Produkten und Dienstleistungen aufwartet. Der wahre Magier aber gehört der Zielgruppe des Marktes nicht an. Einzig die Zauberlehrlinge sind dankbare Dauerkonsumenten. Sie scheinen ständig auf der großen Suche zu sein nach Lebensbewältigungsmethoden, kein Buch reicht aus, um ihren unaufhörlichen Wissensdurst zu stillen.

Du erkennst den Zauberlehrling daran, wie er sich in allem verliert, was außerhalb seiner selbst existiert, wie es ihn nach Verklärtheit und Hilfsmittel drängt, die ihn dabei unterstützen sollen, seine Lebensumstände zu beeinflussen. Sei es durch Rituale, Talismane, Essenzen, Einweihungen, Rückführungen, alles was der Markt eben so bietet. Er scheint grundsätzlich in Bewegung zu sein und seine Gedanken kreisen um allerlei esoterische Spielchen, während er außerhalb seiner Mitte ist. Unbewusst darüber, eine Macht außerhalb seiner selbst zu suchen, die er nutzen kann und an die er die Verantwortung für sein Leben abgeben kann.

Ein Zauberlehrling mag vielleicht durchaus in der Lage sein, einen Vortrag über kosmische Gesetzgebung zu halten, aber wenn ihm ein Mahnbescheid wegen unbezahlter Rechnungen ins Haus flattert, legt er einen Schutzbann um sich, der ihn vor negativen Einflüssen schützen soll oder gibt die Lösung seines Problems an die geistige Welt ab. Er scheint in solchen Momenten unfähig zu sein, das Prinzip von Ursache und Wirkung zu erkennen, geschweige denn es zu leben. Nicht umsonst wird die heutige Esoterik auch als Fluchthelfer vom wirklichen Leben bezeichnet.

Der Magier in der selben Situation, weiß den Mahnbescheid als Wirkung zu interpretieren, nahm diese Wirkung vielleicht sogar in Kauf, als er die Rechnungen ignorierte. Was immer den Mahnbescheid zum Magier führte, es war Bestandteil der eigenen Realität des Magiers. Er ist sich bewusst, mit einer anderen Ursache würde diese Wirkung nicht existieren. Sei es durch das Verändern seiner Gedanken, seiner Einstellung zu Pflichtbewusstsein oder was auch immer notwendig für eine andere Ursache gewesen wäre, es hätte zu einer anderen Handlungsweise, nämlich zum Bezahlen der Rechnungen geführt. Deshalb sieht sich der Magier keinesfalls als Opfer der äußeren Umstände, sondern erkennt diesen Mahnbescheid klar als Produkt seiner eigenen Kreation.

Ja, er geht sogar noch weiter: er weiß, jegliche Schutzmagie wurde aus dem Glaubenssatz heraus geboren, das Universum wäre unfreundlich, bedrohlich. Er betrachtet ein Schutzritual oder das permanente emotionslose Wiederholen von Think–positiv-Affirmationen wie beispielsweise‚ ‚ich bin reich, ich bin erfolgreich‘ als Nährboden für den Kerngedanken, der Magier befände sich in Gefahr und in einer Mangelsituation. Da der Magier erfahren hat, jeder Gedanke strebt danach, sich zu verwirklichen, wird er eher dahingehend wirken, diesen Kerngedanken zu verändern, anstatt durch das Gefühl der äußeren Bedrohung eine erneute für ihn schädliche Ursache zu setzen.

Woher nehme ich all diese Annahmen? Ganz einfach: Ich war selbst ein Zauberlehrling. Und Zauberlehrling zu sein ist schön, wenn man bereit ist, den Weg weiter zu gehen, Erfahrungen zu sammeln, offen ist für Veränderungen und beginnt, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen.Ich bin mit der Esoterik erstmals durch ein Buch über positives Denken in Berührung gekommen. Danach folgten Unmengen von Lebenshilfebüchern, die ich alle verschlungen habe.

Ohne glücklicherweise auch nur einen Pfennig dafür bezahlt haben zu müssen, avancierte ich durch verschiedene Einweihungen zum Reiki-Meister/Lehrer. Später erkannte ich, Reiki, gespickt mit fernöstlicher Symbolik, ist aus meiner Sicht schlicht ein neues Verkaufsmäntelchen für das Polarity der 70er Jahre. In diesem esoterischen Geschäftsfeld wird der Eindruck erweckt, als wäre erst eine Initation durch einen Meister notwendig, der den Kanal öffnet, um Anschluss an die Lebensenergie zu bekommen. Das ist, als wolle jemand Steuern auf die Luft erheben, die wir einatmen. Kaum wird erkannt, dass die Reiki-Lebensregeln die Essenz in sich tragen für ein Handeln im Hier und Jetzt. Die scheinbar uralten Formulierungen sind bar jeder positiven Ausrichtung und postulieren ständig, was gerade nicht getan werden soll.

Gerade beim Reiki hat in den letzten Jahren ein regelrechter Ausverkauf stattgefunden. Selbst über Internetplattformen wird Reiki versteigert. Der schnelle Aufstieg zum Meister ist nur eine Frage des Preises. Der Wunsch, schnell selbst Meister zu werden, um ebenfalls durch Einweihungen am Reiki verdienen zu können, ist menschlich und liegt nur allzu nahe.
Die tiefere Bedeutung der Reiki-Lebensregeln zu erkennen und in den Alltag zu integrieren, ist aber ein Lernprozess und kann nicht auf einem Blatt Papier während eines Wochenend-Seminars für rund dreihundert Euro weiter gegeben werden.
Verschiedene Meister – vorwiegend die Freien – , die sich von vorneherein nicht in eine Allianz einbinden ließen, haben dies erkannt und lehnen mittlerweile kostenpflichtige Einweihungen sogar ab, weil sie nicht als Berufsausbildner für Wunderheiler dienen wollen. Energie ist frei und kann nicht von wenigen Wissenden verwaltet werden, es sei denn man hat es nötig, sein Selbstwertgefühl durch Fremdanerkennung streicheln zu lassen.

Ich befasste mich weiter mit der Hermetik, versuchte mich an der Geheimlehre von Helena Blavatzky, las Steiner, überflog Palmer, unternahm schamanische Reisen und informierte mich auch über verschiedene religiöse Richtungen. Ich würde mir wünschen, ein zeitgenössischer, guter Autor schaffe es, die Essenz aus all diesen Schriften und Lehren zusammen zu fassen und in eine Sprache zu übersetzen, die auch ein einfacher Mensch mit Hauptschulabschluss verstehen kann, ohne vorher ein Philosophiestudium absolviert haben zu müssen.

Neben der Gefahr, sich durch diese oft schwere Kost, die den Lehren inne wohnt, den Magen zu verderben, scheint es, als sei ein Krieg zwischen den Meistern darüber ausgebrochen, wer nun die letzte, endgültige Weisheit für sich in Anspruch nehmen kann.

Aber all das darf sein! Denn nichts aus den Erkenntnissen der Hermetik, der Theosophie, den verschiedenen Religionen, den unzähligen Wegen ist schlecht oder unwahr! Alle Richtungen sind Realitäten. Und jedes Wirken in einer Realität ist folgerichtig und wird der jeweiligen Realität gerecht. Wer die Welt durch eine blaue Brille betrachtet, wird eben viel Blaues entdecken.

Was mich jedoch an so manchem Meister stört, ist der Schleier des Geheimnisvollen, das ständige Zurückgreifen auf alte, okkulte Weisheiten, ohne die angeblich keine Erleuchtung möglich wäre und die teilweise dogmatischen Vorgaben des Weges. Kenntnisse über die Funktion kosmischer Prinzipien, über das Verständnis von Seele und über den Menschen als Teil der Natur, über das Zusammenwirken von energetischen Kräften kann zu tiefen, inneren Einsichten führen und zu einem Selbstverständnis, das wahrlich das Bewusstsein verändert. Die Wege und Möglichkeiten aber, wie Menschen zu diesen Einsichten gelangen, sind so vielfältig wie es Menschen auf dieser Erde gibt. Es gibt Milliarden von Wegen und jeder einzelne hat seine Berechtigung.

Das ständige Umhüllen dieser Kenntnisse mit einem mystischen Mantel des Absonderlichen, zu dem nur Eingeweihte, etwa nach langer Zugehörigkeit zu geheimen Zirkeln, Zugang erlangen könnten, der Hang zur wohlgeordneten Organisation – vom Ritual bis hin zur Hierarchie -, korrektes Outfit, gestyltes Zubehör, demütiges Nach-oben-dienen macht angreifbar und abhängig. Nicht selten geben sich Meister verschiedener magischer Schulen ziemlich arrogant gegenüber den sogenannten Nichtwissenden.

Der wahre Magier wirbt nicht um Schüler, versteht sich selbst immer als Schüler, weil jeder Mensch von jedem Menschen lernt. Schüler kommen oder sie kommen eben nicht. Und wenn denn einer den Magier findet, so wird dieser ihn zur Eigenverantwortung führen, zur Selbsterkenntnis und zu der Einsicht, der Schüler trägt längst alles Wissen und alle Fähigkeiten in sich.

Durch meine Ausbildung und Tätigkeit zum Suchtberater und NLP-Trainer lernte ich, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, nicht aber zu missionieren. Ich lernte und erfuhr, wirksame Veränderungen für mein Leben durch das Auflösen von alten Glaubenssätzen in meiner Denkweise herbei zu führen. Dazu benutze auch ich sogenannte Rituale. Weil sie mir dabei helfen, meine Ziele und Wünsche mit der nötigen Emotion auszustatten, sie unterstützen mich dabei eine gewisse Gemütshaltung hervorzurufen. Einen Zielsatz beispielsweise nur zu denken, ohne ihn emotional zu besetzen, wäre reine Träumerei. Dabei können diese Rituale vollkommen verschiedenartig sein: von einfachen Entspannungsübungen über das Betrachten eines Bildes oder eines Baumes, bis hin zum Reintanzen in alte Soul-Music. Sie sind weder an ein Dogma gebunden noch an irgendeine vorgeschriebene Form.

Dieses Verändern der eigenen Realität ist für mich Magie und wahres Meisterwerk! Der Versuch, missionarisch andere Realitäten zu verändern, eher der Weg eines Zauberlehrlings.
Albert Einstein prägte den Satz: „Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.“ Ich möchte diesen Satz für mich erweitern und sagen: „Mehr als die Zukunft interessiert mich die Gegenwart, denn in ihr gedenke ich meine Zukunft zu kreieren.“

© rh

In meiner Autorenlesung präsentiere ich eine Auswahl meiner Texte zu folgenden Themen:

– Sucht und Persönlichkeitsentwicklung
– Arbeit und Soziales
– Humorvolles mit einem Schuß Ironie

Ich hab‘ noch was zu sagen

Jetzt wieder rein mit dem Zeug, runter damit, bis du Scheiße denkst. Bis du nachher beim Gehen kotzt. Wenn’s geht noch auf die Klamotten. Damit auch jeder schön sehen kann, was für ein Penner du bist.

Die Frau ist ja schon weg. Hast du so entschieden – für sie, durch deine idiotensichere Methode. Selbstverständlich, dass sie an allem die Schuld trägt. Hätte ja bleiben können. ”In guten wie in bösen Zeiten“… – Armer Kerl, bedauernswerter Vollidiot.

Beziehung! Hohl und lächerlich, klingt es, den Bezug zu sich selbst schon lange verloren. Den Wunsch nach Veränderung in der Trägheit erstickt, die Eigenbewegung aufgegeben, und die gefühlten Ketten haben Glieder aus Glas: leere Bierflaschen, aneinander gereiht.

Hat anscheinend noch nicht gereicht die Brühe. Was fehlt ist feeling, echt gutes feeling. Also her damit, du hochintelligenter Mensch! Quarz, shit – oder wie immer du es nennst. Du weißt ja selbst, dass du drauf bist. Oder nicht? Oder vielleicht? – Hauptsache du lachst hinterher, lachst blöd, idiotisch, mit verzerrtem Gesicht und dämlichem Grinsen.

Hab ich ja alles selbst erlebt, kann ich ein Lied von singen. Wie das so ist, wenn dein Bettlaken morgens klatschnass ist vom Schwitzen. Wenn du deinen Kumpel etwas fragst, und er dir keine Antwort gibt, weil er gar nicht da ist.

Bis du eines Tages diese Auflehnung in dir spürst, die dich ruft, die dich fordert. Dann hörst du auf zu kämpfen. Kapitulierst, lässt endlich los. Auf einmal hast du Luft. Eine geöffnete, sprudelnde Sauerstoffflasche mitten im Kopf. Frei! Rund um dich herum – Leben! Überall, vierundzwanzig Stunden am Tag, – und du mitten drin!

So viel Leben, dass du schreien möchtest. Schreien, weil’s weh tut. – Angenehm weh!

© rh

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Das Entgegenkommen

Ob man ihm denn nicht etwas entgegen kommen könne, stammelte Frederick in die Dunkelheit.
Er sehnte sich nach frischer Luft und strich sich über die Brust, als wolle er eine Fliege verscheuchen.
Ob man ihm denn nicht etwas entgegen kommen könne, ihm noch eine Chance geben könne, fragte er noch einmal.
Nein, antwortete der Tod.

(c) rh

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Video – In A Real Life’s Storm

Tja, wie ich bereits erwähnte, enstehen manchmal solche songs am PC. – Zwar nicht meisterhaft gesungen und mit einfachen Mitteln bearbeitet, aber Spass hat es gemacht:-)

In A Real Life’s Storm

Mama was a tailor
but she didn’t sue my Jeans.
I had to go my way
guess you know what it means.

Papa lost his soul
in searching for a goal
but the only thing he found
was a deep deep ground

In a real life’s storm
in a real lefe’s storm.
I’ll try to find my heart back
in a real life’s storm.
In a real life’s storm…

Had no inspiration for the Life I had to live
Some women taught me wrong
all night long
So all you can exspect
is a man whose heart feels warm
And if you wonna start now
let’s feel the real Life’s storm

© rh