Was denkst du, sollte ich tun?

Was denkst du,
sollte ich tun,
wenn die Welt um mich herum
zu zerbrechen droht?

Was denkst du,
sollte ich tun,
wenn der Baum,
der mir seinen Schatten zuwarf,
gefällt am Boden liegt?

Was denkst du,
sollte ich tun,
wenn die Wärme der Sonne nicht ausreicht,
das Eis in ihren Herzen zu schmelzen?

Was denkst du,
sollte ich tun,
wenn die Kinder
mit den Fingern auf die Väter deuten?

Glaubst du
es bleibt mir noch Zeit,
zu entscheiden?

© rh

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Parkplätze in der Sahara

”Die müßtet all in der Wüste parke!” ereiferte sich meine Nachbarin, Frau Wehmüller, als ich ihr am Samstagmorgen auf der Straße begegnete.
Beladen mit zwei schweren Tüten, kehrte sie von ihren Einkäufen zurück und schlängelte sich verärgert durch die Reihen falsch geparkter Autos.
Insgeheim mußte ich Frau Wehmüller zustimmen, denn anstatt ihre Fahrzeuge in den vorgesehenen Parkhäusern unterzustellen, hielten es viele Anwohner für angebracht, den Gehsteig mit ihren Vehikeln teilweise zu besetzen, was aufgrund zu schmal geratener Fußwege die Passanten nötigte, die Fahrbahn zu betreten.
Ich machte mir daher wohl zurecht Gedanken über die Aussage von Frau Wehmüller und kam nach einigen Überlegungen zu folgendem, fast wissenschaftlichem Ergebnis:
Lenkt der deutsche Kraftfahrer sein Fahrzeug in die Sahara, schlägt sein Herz zunächst höher. Anders als in der Bundesrepublik findet er hier Parkplätze in Hülle und Fülle. Parkplatzsorgen sind dort gänzlich unbekannt.
Weshalb, drängte sich mir die Frage auf, werden diese Parkplätze dann nicht genutzt?
Abgesehen von der geographischen Lage der Sahara, eine berechtigte Frage! – Aber, man übersieht dabei den dem Deutschen angeborenen Sinn für symmetrische Ordnung.
Seit der Erfindung des Autos, lebt der Deutsche mit der Erkenntnis, daß Jahr für Jahr mehr Regeln für die Benutzung eines solchen Fahrzeuges notwendig sind und sein werden.
So findet man auf Deutschlands Straßen eine Unmenge weißer Striche und blauer Schilder, die das Geschehen auf unseren Parkplätzen bestimmen und streng abgrenzen.
Ein Erscheinungsbild, das in der Sahara vollkommen fehlt!
Wollte nun ein deutscher Kraftfahrer sein Fahrzeug in der Sahara parken, käme dies einem Chaos gleich, das gleichbedeutend wäre mit dem Untergang aller gesetzten deutschen Ordnungsnormen.
Unermüdlich würde der Kraftfahrer in der Wüste herumirren, um einen geeigneten Ruheplatz für sein liebstes Spielzeug zu finden.
Jedoch, nirgendwo ein Schild, das auf so einen Platz hinweist, nirgendwo die beliebten weißen Striche, an denen er ersehen kann, ob sein Fahrzeug richtig oder falsch steht.
Auch der Polizist, an dessen Gesichtsausdruck er sich notfalls noch orientieren könnte, ist weit und breit nicht zu sehen.
Was bliebe also anderes, als zu fahren und zu fahren, bis das Benzin zu Ende ginge und womöglich nur noch der qualvolle Tod des Verschmachtens in der Wüstensonne greifbar wäre?
So wird die Sahara bis auf den heutigen Tag von Deutschlands Kraftfahrern gemieden, was ich Frau Wehmüller, sobald ich mein Auto weggefahren habe, schnellstens berichten muß.

(c) rh

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Das Blog hat die Führung übernommen

Sitze mal wieder vor dem PC und bearbeite die Tastatur. Ein neuer Eintrag für das Blog muss her, für dieses gefräßige, nimmersatte Ungeheuer.

Text will es fressen., täglich, regelmäßig. Seien es auch nur wenige Sätze, sie müssen in das Blog. Es war meine freie Entscheidung, täglich neuen Content zu produzieren. Jetzt hält es mich gefangen, das Ungeheur, mit dem ich mich konfrontierte und das mein Gehirn jeden Tag fordert.

Schreiben wollte ich. Schreiben muss ich.

Das Blog hat die Führung übernommen – auf seine ganz besondere „art“.

© rh

Vom Oben und vom Unten

„Du meinst also, ich sehe etwas herunter gekommen aus.“ fragte Manuel und lächelte Daniel von der Seite her an. Sie hatten sich beide ins Gras gesetzt.
„So erscheinst du mir – ja.“ antwortete Daniel. “ Würde ich einfach in Hosen herum laufen, die mir in den Kniekehlen hängen und beim Gehen mit den Füßen über den Boden schlürfen, hätte ich zuhause gleich den größten Ärger am Hals. Obwohl – du scheinst dich damit ganz wohl zu fühlen.“
„Lass uns doch bei der Aussage ‚herunter gekommen‘ bleiben.“ beharrte Manuel und blickte fast verträumt in die Ferne. „Das würde doch bedeuten, dass ich zuvor irgendwo und auf irgendetwas oben sein gemusst hätte, oder ?“
„He? Das verstehe ich nicht“ erwiderte Daniel. „Keine Ahnung, was du meinst.“
„Nun, manchmal werden schon unverständliche Dinge in den Tag geplappert. Ich kann doch nur herunter kommen, wenn ich zuvor oben bin.“
„Mensch, das sagt man halt so. Ist ne Redewendung oder so was. Mehr nicht.“
„Das sagt man eben nicht nur so!“ lächelte nun Manuel. „Wer das so sagt, hat oft eine ganz eigene Vorstellung davon, was oben ist.“
„Hm,“ machte Daniel, „kann schon sein. Du hast vielleicht verdrehte Überlegungen.“
„Die sind nicht verdreht. Die sind logisch.“
„Aha.“ Daniel grinste.
„Darf ich dir eine Frage stellen, Daniel?“
„Sicher doch.“
„Nun, wer bestimmt eigentlich, wer oder was oben ist ?“
„Derjenige, der den anderen als ‚herunter gekommen‘ betrachtet ?“
„Genau.“
„Hm.“ meinte Daniel und blickte ernst vor sich hin.
„Es könnte aber auch ganz anders sein.“ fuhr Manuel fort.
„Na wie denn?“
„Vielleicht, dass Leute, die so etwas sagen, selbst unten sind. Und die Heruntergekommenen sind zu ihnen herunter gekommen.“
Für einen Moment schwiegen die beiden Jugendlichen. Daniel schnippte mit der Hand ein kleines Aststückchen achtlos zur Seite. Eigentlich hatte er sich nicht viel dabei gedacht, als er Manuel zu verstehen gab, er wirke in seiner schmuddeligen Kleidung und mit seiner lässigen Art, sich zu bewegen, wohl etwas herunter gekommen. Aber was Manuel jetzt dazu von sich gab, war ja nicht von der Hand zu weisen. Manchmal spricht man etwas aus, ohne sich bewusst zu sein, auf welche Weise man sich eigentlich eine Meinung über andere bildet. Manuel hatte ihm hier eine ganz schöne Denkaufgabe verpasst.
„Weißt du was?“ sprach er ihn an. „Ich glaube es gibt kein oben und unten.“
„Sondern?“
„Alle Menschen haben das Recht, so zu sein wie sie sind. Wir werden alle auf die selbe Art und Weise geboren. Erst danach sagen uns Eltern, Lehrer, das Fernsehen und viele andere Erwachsene wie unterschiedlich wir doch seien. Und dann gibt es plötzlich ein Oben und Unten. Das ist nun meine Logik.“
„Und wie denkst du, könnten wir das vermeiden ?“ fragte Manuel.
„Einfach indem wir miteinander reden und akzeptieren, dass jeder die Welt aus seinen Augen sieht.“
„Das hast du schön gesagt.“ lächelte Manuel und warf seine Baseballmütze in die Luft.

© rh

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Wie ich wieder Single wurde

Ich führte Elke in ein nettes, gemütliches Restaurant aus. Bei Tisch kamen wir so richtig ins Gespräch, und auch sie fand mich sehr sympathisch.
„Die Dates, die ich bisher übers Internet hatte, waren Fakes“, meinte sie. „Entweder die Männer erschienen nicht oder sie sahen ganz anders aus als auf dem Bild, das sie mir schickten. – Aber Du, Du siehst genauso aus wie auf dem Bild. Du bist ehrlich.“
Ihre braunen Augen strahlten.
„Ja“, säuselte ich, „ich bin ehrlich.“
Ich rückte meinen Stuhl näher an den ihren heran und versuchte meinen Arm um ihre schlanken Schultern zu legen. Doch sie entzog sich mir geschickt, und ich griff ins Leere.
”Du solltest jetzt doch den Ober rufen.” zwinkerte Elke. ”Es ist schon spät und Du weißt ja: gut Ding will Weile haben.”
An der Garderobe half ich ihr in diesen Mantel, aus dessen Seitentasche dann diese Karte fiel, die ich aufhob und laut vorlas:
„ Elke Mitzbach – Ihre seriöse Treuetest-Agentur“

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Disharmonie

Immer im Takt,

immer im Takt.

Bloß nicht taktlos,

ohne Takt

kein Rhythmus.

Rhythmisches Takten,

taktloser Rhythmus,

aus dem Rhythmus gebracht,

aus dem Takt geworfen –

erst vorgeworfen,

dann weggeworfen.

© rh

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Ich hab‘ noch was zu sagen

Jetzt wieder rein mit dem Zeug, runter damit, bis du Scheiße denkst. Bis du nachher beim Gehen kotzt. Wenn’s geht noch auf die Klamotten. Damit auch jeder schön sehen kann, was für ein Penner du bist.

Die Frau ist ja schon weg. Hast du so entschieden – für sie, durch deine idiotensichere Methode. Selbstverständlich, dass sie an allem die Schuld trägt. Hätte ja bleiben können. ”In guten wie in bösen Zeiten“… – Armer Kerl, bedauernswerter Vollidiot.

Beziehung! Hohl und lächerlich, klingt es, den Bezug zu sich selbst schon lange verloren. Den Wunsch nach Veränderung in der Trägheit erstickt, die Eigenbewegung aufgegeben, und die gefühlten Ketten haben Glieder aus Glas: leere Bierflaschen, aneinander gereiht.

Hat anscheinend noch nicht gereicht die Brühe. Was fehlt ist feeling, echt gutes feeling. Also her damit, du hochintelligenter Mensch! Quarz, shit – oder wie immer du es nennst. Du weißt ja selbst, dass du drauf bist. Oder nicht? Oder vielleicht? – Hauptsache du lachst hinterher, lachst blöd, idiotisch, mit verzerrtem Gesicht und dämlichem Grinsen.

Hab ich ja alles selbst erlebt, kann ich ein Lied von singen. Wie das so ist, wenn dein Bettlaken morgens klatschnass ist vom Schwitzen. Wenn du deinen Kumpel etwas fragst, und er dir keine Antwort gibt, weil er gar nicht da ist.

Bis du eines Tages diese Auflehnung in dir spürst, die dich ruft, die dich fordert. Dann hörst du auf zu kämpfen. Kapitulierst, lässt endlich los. Auf einmal hast du Luft. Eine geöffnete, sprudelnde Sauerstoffflasche mitten im Kopf. Frei! Rund um dich herum – Leben! Überall, vierundzwanzig Stunden am Tag, – und du mitten drin!

So viel Leben, dass du schreien möchtest. Schreien, weil’s weh tut. – Angenehm weh!

© rh

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Das Entgegenkommen

Ob man ihm denn nicht etwas entgegen kommen könne, stammelte Frederick in die Dunkelheit.
Er sehnte sich nach frischer Luft und strich sich über die Brust, als wolle er eine Fliege verscheuchen.
Ob man ihm denn nicht etwas entgegen kommen könne, ihm noch eine Chance geben könne, fragte er noch einmal.
Nein, antwortete der Tod.

(c) rh

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Video – In A Real Life’s Storm

Tja, wie ich bereits erwähnte, enstehen manchmal solche songs am PC. – Zwar nicht meisterhaft gesungen und mit einfachen Mitteln bearbeitet, aber Spass hat es gemacht:-)

In A Real Life’s Storm

Mama was a tailor
but she didn’t sue my Jeans.
I had to go my way
guess you know what it means.

Papa lost his soul
in searching for a goal
but the only thing he found
was a deep deep ground

In a real life’s storm
in a real lefe’s storm.
I’ll try to find my heart back
in a real life’s storm.
In a real life’s storm…

Had no inspiration for the Life I had to live
Some women taught me wrong
all night long
So all you can exspect
is a man whose heart feels warm
And if you wonna start now
let’s feel the real Life’s storm

© rh