Manmal springen mir die Motive geradezu vor meine schon etwas veraltete Digitalcamera.
Auf diese Scheune traf ich kurz vor Creglingen. Ich hielt an, kurbelte das Seitenfenster meines Nissans herunter und schon war das house im Countrystile gebannt.
Die Vermittler sind wieder unterwegs. Es gibt ja so viele Suchende, oder besser Nichtfindende. Da braucht man schon so eine Vermittlungsstelle. Nein, ich rede nicht von Partnerbörsen. Ich meine diese medialen Vermittlungsstellen, die dir den Kontakt zu deinem Engel herstellen, weil dein Engel einfach zu blöd ist, um mit dir selbst Kontakt aufzunehmen. Es kann natürlich auch sein, dass du auf der falschen Frequenz funkst, ihn nicht verstehst. Dann muss der Kanal richtig eingestellt werden. So ein Medium kennt die Frequenzen.
Sie brauchen ja Führung, die Suchenden. Sind ja auf ihrem Weg. Alle sind auf ihrem Weg. Kaum jemand, der mal stehen bleibt und Luft holt. Wie soll man da noch wissen, in welche Richtung es geht, wo die richtige Frequenz ist. Da braucht man schon einige, die Kontakte knüpfen können mit der Weisheit, mit der energetischen Kraft.
Zuerst waren es Heiler. Viele Heiler, immer mehr Heiler. Vergleichbar mit einem Krankenhaus, in dem nur Ärzte arbeiten, aber keine Pfleger und schon gar kein Kantinenpersonal. Ein Überangebot an Heilern auf dem alternativen Markt. Und nun sind es eben die medialen Vermittler.
Der Einzelne ist ja nicht sensibel genug, kann der Stimme seines Engels kaum lauschen, braucht einen Übersetzer für Engelerisch.
Bei meinem Engel ist das anders. Der spricht alle Sprachen, angefangen vom Slang über chinesisch bis zu den gängigen Programmier-Sprachen, wenn er es für angebracht hält. Mein Engel verfügt über eine hohe Kommunikationsfähigkeit und unterlässt es tunlichst, sich mir in einer abgehobenen, verklärten, metapherreichen und himmelssphärischen Sprache mitzuteilen, weil er genau weiß, dass ich kein Engelerisch kapiere.
Aber es soll ja auch andere Engel geben. Die wissen genau, dass ihre Erdenbürger und deren Vermittlungsstellen sowohl auf gehobenes Engelerisch wie auch auf den dazu passenden Kommunikationsweg bestehen. Sie akzeptieren solche Geschäftsmodelle voll und ganz, obwohl sie dabei leer ausgehen. Was sollten sie in ihrer Dimension auch mit der Kohle anfangen? Die ist bei den Vermittlern besser aufgehoben.
© rh
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weggeschlossen
die wahrhaftigkeit
hinter das herz verbannt
unspürbar gemacht
blassbunt
die welt bemalt
bis zur erschöpfung
die illusion genährt
damit sie nicht platzt
wenn ich
dann doch
sehen muss
© rh
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http://data7.blog.de/media/962/6252962_e19c569f62_v.mpgUnd wenn ich dann manchmal in meinem kleinen Wohnzimmer vor dem PC sitze und von der Welt dort draußen träume, kann es geschehen, dass mir dann so ein Songtext einfällt. Hier das Video und darunter der Text zum mitlesen:
Halt mich
Ich habe das Unten gesehen
und ich habe das Oben berührt
und es immer geschafft,
nie ganz einzutauchen
in das Leben,
das so viele
für sich so angenommen haben..
Halt mich!
Halt mich fest,
ich brauche dich.
Einfach,
um stark zu sein
und um stark zu bleiben,.
Der Sturm meines Lebens
hat sich schon lange gelegt
Ich kenne fast alles,
hab so viel schon erlebt.
Aber endlich hatte ich begriffen,
ich kann das Leben nur spüren,
wenn ich mittendrin bin.
Nicht, wenn ich am Rande stehe
und nur mitschwebe
in diesem Spiel,
das ich Leben nenne.
Wenn ich teilhaben will,
muss ich teilnehmen,
Halt mich!
Ich brauche dich.
Denn das Leben spielt sich genau mittendrin ab,
zwischen Oben und Unten
Und ich frage mich,
ob ich noch einmal von vorne beginnen soll.
Denn ich weiß ja, ich kann es,
jederzeit,
jederzeit!
Aber kann ich es auch jetzt?
Lass mich noch einmal eintauchen,
eintauchen in das Leben,
um einfach nur
spüren zu können,
dass ich bin
Komm,
halt mich fest.
Ich brauche dich.
Ich brauche dich,
halt mich fest.
© rh
Man getraut sich ja kaum,
man weiß ja nicht, wie es wäre,
mache man es falsch.
Man würde es ja versuchen,
würde man sich getrauen wollen,
mache es womöglich richtig, aber
man getraut sich ja kaum.
© rh
Aus meiner Autorenlesung Meine Schreibe
Ein kleiner Auszug aus meinem ebook „Quo vadis, Alki“, das man als Projekt auch hier findet:
In meiner Beratungstätigkeit mit alkoholabhängigen Mitarbeitern und in der Gruppenleitung konnte ich oft feststellen, dass die ersten Phasen des Trockenseins immer wieder von massiven Schuldgefühlen begleitet sind. Sicherlich hängt dies auch damit zusammen, dass es für viele schwer erscheinen mag, Alkoholismus als Krankheit anzusehen, die zwar durch vollkommene Abstinenz zum Stillstand gebracht, aber nicht wirklich geheilt werden kann.
Das Bild vom willensschwachen Alkoholiker ist in unserer Gesellschaft stark verankert und selbst Betroffene tragen dieses Bild lange Zeit mit sich und fühlen sich schuldig. Es fällt mir selbst schwer, den Begriff der unheilbaren Krankheit zu akzeptieren. Tatsächlich ist es mir vollkommen gleichgültig, ob ich jemals wieder zu einem normalen oder so genannten kontrolliertem Trinkverhalten zurück finden könnte oder nicht. Ich weiß für mich, dass kontrolliertes Trinken bei mir nicht funktioniert hat. Ich wollte den Rausch und den bekam ich nicht durch kontrolliertes Trinken.
Ich will nicht mehr trinken! Das alleine zählt für mich. Denn niemals zuvor habe ich mich mehr heil gefühlt als jetzt, da ich alkoholabstinent lebe. Ein Freund von mir formulierte dies während einer Gruppensitzung für sich so: Ich bin dankbar, Alkoholiker geworden und heute trocken zu sein. Wäre ich den Weg der Abhängigkeit nicht gegangen, hätte ich vielleicht die heutige Lebensqualität nicht erlangt. Krankheit als Chance und nicht als Mangel zu betrachten, war der Leitgedanke, den mein Freund damit für sein Leben gewählt hatte.
Das Krankheitsbild Alkoholismus birgt aber auch noch eine weitere Chance für Betroffene in sich, gerade dann, wenn sie erst kurz trocken sind: Betrachtet man alkoholbedingte Verhaltensweisen wie Lügen, das Leugnen, mit dem Stoff nicht umgehen zu können oder das Nichteinhalten von Versprechen zur Abstinenz als Symptome eben jener Krankheit, ähnlich wie Fieber bei einer Grippe, so fällt es gerade am Anfang der Abstinenz viel leichter, sich von Selbstvorwürfen zu lösen. Die Anonymen Alkoholiker, die weltweit bekannteste Selbsthilfeorganisation, meinen dazu: Es ist keine Schande, krank zu sein, es ist eher eine Schande, nichts dagegen zu unternehmen, wenn man es erkannt hat.
Für mich bedeutet dieser Satz, dass ich etwas, was ich als wahr erkannt und angenommen habe, auch loslassen kann. Das Loslassen liegt dann in meiner Verantwortung. Allerdings, ohne das Annehmen kann ich es nicht loslassen. Ich möchte dir das kurz veranschaulichen.
Stell eine Tasse vor dich hin und forme deine Hand so als wollest du diese Tasse ergreifen. Nimm die Tasse aber nicht wirklich in die Hand. Tu einfach nur so! Wenn ich dich nun auffordere, die Tasse los zu lassen, wirst du es nicht können, weil du sie nicht wirklich ergriffen hast: du kannst nur loslassen, was du hast. Wenn du die Tasse nun tatsächlich ergreifst, kannst du meiner Aufforderung mühelos folgen und die Tasse loslassen.
Erst wenn du deine Abhängigkeit von Alkohol erkannt und wahrhaftig angenommen hast, wenn du dich dafür entschieden hast, Alkoholiker zu sein, kannst du loslassen und dich für den Weg des Nichttrinkens entscheiden. Dieses Annehmen wird vielfach als Krankheitseinsicht oder Kapitulation vor dem Alkohol bezeichnet. Ich selbst möchte bei dem Begriff Annehmen bleiben.
© rh

Süße Kirschen
in Essig getunkt.
Reinheit des Schönen
durch Milchglas verzerrt.
Oh hilfsbereite
Erbarmungslosigkeit!
Klng hohler Worte,
wenn du von Freiheit sprichst.
(c) Rolf Höge
Besuchen Sie auch meine Seite, wenn Sie Interesse an einer Lesung haben.
Rotkehlchens Rückführung zum femininen Ursprung
Es spinnte sich zu einer Puppe,
man höre, was voran gestellt,
DIE Raupe
und entschwand sodann der Raupenwelt.
Schon bald darauf, nach kurzer Zeit,
erschien das Gegenstück zur Weiblichkeit:
DER Schmetterling
im farbenfrohen Flügelkleid.
Um Gleichklang in den Widerspruch zu bringen,
begann ein Rotkehlchen zu singen.
DAS Vögelein, ganz still und leis
macht aus dem Schmetterling
DIE Vogelscheiß.
© rh
Vom Etdecken und vom Suchen (aus Quo vadis, Alki – hier leicht gestrafft)
Zum achten Geburtstag bekam ich ein Fahrrad geschenkt. Mein Freund Ramon, zwei Jahre älter als ich, besaß schon lange ein Rad, und gemeinsam fuhren wir von nun an fast jeden Nachmittag kreuz und quer durch unsere Wohngegend.
Dabei hatten wir ein Lieblingsspiel: mit den Fahrrädern bereisten wir die Welt. Wir fuhren einige Meter, stiegen dann ab und erkundeten das unbekannte Gebiet. Italien, Griechenland, ganz Europa, Asien und Amerika durchquerten wir und erlebten dabei die tollsten Abenteuer. So mancher Strauch, mancher Stein, ja selbst kleine Ameisen wurden in unser Spiel mit einbezogen.
Ramon war ein sogenanntes Schlüsselkind. Seine Eltern arbeiteten tagsüber und Ramon hatte den Schlüssel für die Wohnung.
Eines Tages, als wir gerade wieder unsere Abenteuer erlebten, rief mir Ramon mit zittriger Stimme zu:
„Ich habe meine Hausschlüssel verloren!“
Demonstrativ schob er den Zeigefinger durch das Loch in der Hosentasche. Aufgeregt beeilten wir uns, die ganze Strecke noch einmal abzufahren.
Doch nun schenkten wir den fernen Ländern, den Steinen oder den Ameisen keinerlei Beachtung. Wir waren einzig auf der Suche nach den Schlüsseln. Nichts gab es für uns zu entdecken. Endlich fanden wir nach einigen Tränen die Hausschlüssel, und damit auch den Unterschied zwischen einer Entdeckungsreise und einer Suche.
© rh