Bedingungslose Liebe

Ist es Hoffnung oder Verzweiflung, Wunschtraum oder die Grenze zur Selbstaufgabe, dieser immer lauter werdende Ruf nach „Liebe ohne Bedingung.“

Manchmal glaube ich zu ahnen, was gemeint ist, wenn ich von dem Wunsch nach „Liebe ohne Bedingung“ lese. Für mich selbst würde ich es eher als „Liebe ohne gegenseitiger Aufrechnung“ ausdrücken wollen.

Diese „bedingungslose“ Liebe ist für mich ein philosophisches Ideal, ein Konstrukt, das zwischen zwei Menschen, die Interaktion suchen, so nicht lebbar ist. Wenn ich rede oder etwas zu sagen habe, wünsche ich mir beispielsweise, meine Partnerin hört mir zu. Das ist eine „Bedingung“ in einer funktionierenden Partnerschaft. Umgekehrt auch. Das sind Erwartungen an eine Beziehung.

Wohlgemerkt, ich rede nicht von Reglements oder auferlegten, versteckten Befehlen. Ich rede nicht von versteckten, männlichen wie weiblichen Kontrollversuchen oder Machtausübungen über den anderen. Das sind Psychospiele, ausgelöst von einer ausgeprägten Verlustangst, die keine Offenheit, Toleranz und Hinwendung zu dem anderen wirklich zulässt.

Es gibt Dinge, die kann man mit allen Sinnen beschreiben. Einen grünen Apfel kann ich als Frucht definieren, seine Farbe bestimmen, den Geruch riechen, den Geschmack in Worte fassen. Ich kann ihn anschaulich auf einem Tisch präsentieren.

Liebe aber ist zunächst einmal ein Gefühl, das ich mit Worten nicht abschließend beschreiben kann. Der Versuch, Liebe zu definieren oder sie zu kategorisieren, verhindert Liebe, weil sie vom Bauch in den Kopf rutscht, Gefühle damit rationalisiert und nicht mehr gespürt werden.

Liebe oder Partnerschaft ohne jegliche ‚Bedingung‘, und auch Auswahlkriterien sind Bedingungen, ist wie grenzenlose Freiheit, wie Schwimmen auf dem offenen Meer, ohne irgendwo ein Ufer zu sehen. Ich kann mir dann ausrechnen, ab wann ich absaufe.

Ist es die Angst, die Furcht davor, sich wiederum auf etwas einzulassen, um womöglich erneut Eigenständigkeit zu verlieren? Oder wird der Begriff „Liebe ohne Bedingung“ von „den Lieben„, den „Braven„, den „Einfühlsamen„, den „Verständigen„, den „Mit-mir-bist-du-gut-bedient“ so gerne benutzt, um als Verkaufsstrategie zu dienen, um endlich diese Sehnsucht nach Zweisamkeit zu befriedigen? Wofür wird sie benötigt, diese Forderung nach einer Liebe, die keine Bedingung stellt? – Ich kann diese Frage nicht beantworten, nicht einmal für mich selbst. Ich spüre nur, dass ich keine „Liebe ohne Bedingung“ leben könnte.

Manchmal bin ich voller Humor, Energie und Kraft und manchmal einfach nur ein Depp. That’s life. Manchmal bin ich liebenswert und manchmal unausstehlich. Mein PC beispielsweise reagiert auf mich, ich kann ihn benutzen, ohne dass er mir böse ist. Einzige Bedingung ist, ihn einzuschalten und zu beherrschen.

Ein Mensch kann nicht bedingungslos lieben, es sei denn, er ist schon transzendiert. Von der Erleuchtung sind wir aber noch weit entfernt. Ich zumindest. Schon der Wunsch, mich so zu nehmen wie ich bin, ist Bedingung.

Das AlleinSEIN oder das All-Ein-Sein mag etwas mit sich selbst oder dem SELBST zu tun haben, was immer das SELBST auch sein mag. Dieses bedingungslose Verschmelzen in Liebe bedingt aber sowohl die Auflösung des ICH wie auch des DU. Es setzt die Auflösung jeglicher Polarität voraus. – Da bin ich aber noch lange nicht.

Solange ich noch mit meinen Füßen auf der Erde stehe, mag ich schon noch das DU und auch das ICH.

© rh

Wieder lade ich Sie ein, meine Homepage zu besuchen. Sie finden dort auch die Möglichkeit, zum kostenlosen download meiner Texte.

Der zweite Teil des Interviews mit Rolf Höge

Zufriedene Abstinenz – Interview mit Rolf Höge Teil 2
Der zweite Teil des Interviews mit Rolf Höge:

Der Weg in die zufriedene Abstinenz – bedeutet das letztendlich, für alle Situationen, in denen zuvor der Alkohol eine Rolle gespielt hat, neue Wege zu finden?

Es bedeutet zunächst einmal, eine Entscheidung zu treffen, nämlich die Entscheidung abstinent leben zu wollen. Damit ändert man die Blickrichtung von ‚ich will nicht mehr trinken’ hin zu ‚ich will zufrieden abstinent leben’

Wenn ich also diese Entscheidung getroffen habe, dann steht mir das ‚Lösungsmittel’ Alkohol in all den Problemsituationen nicht mehr zur Verfügung. Sich nach Stresssituationen abends gemütlich mit einem Glas Rotwein zu entspannen, taugt für einen Alkoholiker nicht als Entspannungsmethode. Sich mal eben etwas Mut anzutrinken, bevor man beispielsweise eine Frau zum Tanzen auffordert, ist ebenfalls nicht angesagt. Das Gefühl, sich ausgegrenzt zu fühlen, weil man auf Partys keinen Alkohol trinkt, kann man nicht einfach mal so wieder wegsaufen. Wenn die Entscheidung zur Abstinenz wirklich getroffen wurde, steht die Krücke Alkohol nicht mehr zur Verfügung. Und dann ist es tatsächlich so als würde man das Laufen neu lernen.

Aus diesem Grund halte ich auch Selbsthilfegruppen …

Weiter geht es auf der Seite von Sabine Feikert mit dem gesamten Interview (Teil 1+2)

Ein Rumpsteak ist überschaubar

Sie wollen also Ihr Leben verändern. Okay, womit fangen Sie an? Meist sind Menschen, die behaupten, sie wollten ihr Leben verändern, mit ihrem Vorhaben vollkommen überfordert. Es ist, als gingen sie in ein Restaurant,um eine Kuh zu bestellen, obwohl das Rumpsteak reichen würde.

Vielleicht würde Ihnen ein Eimer Farbe schon weiterhelfen, um beispielsweise Bad oder Flur zu streichen. Womöglich wäre auch schon ein Blatt Papier und ein paar Pinsel in einem Kurs von Sabine Feickert das Richtige.

Wenn Sie Ihre Lebensqualität jede Woche nur um ein Prozent verbessern, können Sie sich leicht ausrechnen, wie viel Lebensfreude Sie in einem Jahr zusätzlich gewonnen haben werden. Kein 100-Meter-Läufer käme auf die Idee, die gesamte Strecke in einem Sprung zurück zu legen. Er läuft sie Meter für Meter ab.

Weshalb sich also die große Kuh vorstellen, wenn ein Rumpsteak überschaubarer ist?

(c) rh

Sozialpartner

Bei uns im Betrieb gerade wieder sehr aktuell:

SOZIALPARTNER

Gestatten ?
fragte der Fuchs.
Selbstverständlich,
antwortete die Gans.
Wir sind ja Partner,
sagte der Fuchs.
Sozialpartner,
ergänzte die Gans.
Wir,
begann der Fuchs,
werden uns schon einig,
endete die Gans.
Dann drehte sie sich um,
die dumme Gans.
Da biß er zu,
der schlaue Fuchs.

© rh

Aus „Jenseis von Oggersheim“ (1987) Hrsg. Werkstatt Mannheim im Werkkreis Literatur der Arbeitswelt.

Besuchen Sie auch meine Homepage, wenn sie Interesse an einer Autorenlesung haben.

Die Abenteuertapete

Mit staunenden Augen muss ich geschaut haben, als mein Vater die große Wand im Wohnzimmer tapezierte: Eine ganze Wand voll mit Segelschiffen, die schnurstracks in ihre kleinen Fischerhäfen einliefen. Die Abenddämmerung lag über den Häfen und mir war als könne ich zwischen den Fischerhäuschen und den Segelschiffen spazieren gehen.

In den Wintermonaten lag ich oft auf unserer Wohnzimmercouch, eingehüllt in die behagliche Wärme des eisernen Kohleofens in der Zimmerecke, der stets dafür sorgte, einen klitzekleinen Geruch von verbranntem Feuerholz und Russpartikeln in meine zehnjährige Nase ziehen zu lassen und betrachtete die neue Tapete. Im Geborgensein der Nachmittagsstille lud sie mich ein, in eines ihrer aufgedruckten Boote zu steigen, Abenteuer zu ersinnen um dann endlich müde, aber zufrieden wieder in einem der stillen Häfen vor Anker zu gehen. Doch meistens war ich schon eingeschlafen, bevor mein Segler den Heimathafen erreicht hatte.

Meine Abenteuertapete musste irgendwann einer Mustertapete mit bunten Kringeln weichen. Und so wagte ich meinen Ausblick hinaus in die große, weite Welt nicht selten durch einen Roman aus der Leihbücherei, in dessen fabulöse Handlung ich dann stets versank, wenn ich nachmittags nach der Schule auf meiner Couch ruhte. Doch schon nach dem Genuss einiger Seiten in dieser anderen Realität, begannen sich meine Augenlider dann zu senken und ich driftete mit geschlossenen Augen in eine meiner vielen Phantasiegeschichten ab, deren Ausgang ich nur sehr selten erlebte. Meistens schlief ich schon zu Beginn meiner Phantasterei entspannt und zufrieden ein.

© rh

Besuchen Sie auch meine Homepage

Anderssein

Neulich erschien er in roten Schuhen. Es lag nicht in seiner Absicht, damit aufzufallen. Er zog sich nun mal rote Schuhe an. Sie wollten ihn darauf ansprechen, unterließen es aber.

Manchmal schwiegen sie eben. Manchmal rieben sie auch einfach sein Gesicht mit Schnee ein oder klatschten seinen Kopf gegen die Türe des Klassenzimmers.

Und neulich ragten diese roten Schuhe unter der Decke hervor, und sie passten farblich so gut zu der Pfütze daneben.

 © rh

 

Hier eine kurze Erläuterung, damit ich auch verstanden werde.

Ja, es geschah „neulich“. Doch eigentlich geschieht es täglich, wenn auch nicht immer mit so einem Ausgang: das Ablehnen Andersdenkender, das Bewerten von Menschen nach ihrer Herkunft oder Religion. Auch das Zuschlagen, weil man den anderen nicht versteht und das Fragen nicht gelernt hat, die Interpretation „das muss falsch sein“, weil es nicht der eigenen Weltsicht entspricht .

Die roten Schuhe im Text sind ein Symbol für das Anderssein. Man kann rote Schuhe anziehen, einfach weil man ein Recht dazu hat, rote Schuhe anzuziehen. So wie man ein Recht dazu hat, rückwärts zu laufen oder auf Händen zu gehen. So wie eine Frau beispielsweise einen Minirock anziehen darf, ohne sich unterstellen lassen zu müssen, dass sie auf Wirkung aus wäre.

Jeder Mensch hat das Recht auf Individualität und aus dem Recht auf Individualität erwächst wiederum jedem Menschen das Recht auf Anderssein. Weshalb sollte er also Aufmerksamkeit erregen wollen, nur weil er in roten Schuhen erschien?

Er erschien neulich nun mal in roten Schuhen.

______________________

Besuchen Sie auch meine Homepage, wenn Sie Interesse an einer Autorenlesung haben.

Fesselnde Angst

Vorrübergehend außer Gefecht gesetzt. Vorrübergehend, weil es ja wieder besser werden kann. Alles bleibt  außen vor, abgeschottet von der Welt, zurückgezogen in sich selbst mag er nur entfliehen. 

 

Diese verdammten Tabletten, ein ganzes Chemiewerk, was er da täglich in sich hineinstopfen  muss. Der Nutzen überwiegt die Nebenwirkungen, meint der Arzt. Wieder diese Schmerzen, den Weg bahnend für die Angst, die ihn gefangen hält. Je mehr er entfliehen will desto stärker kreisen die Gedanken um diese Angst, fokussieren sie, machen sie mächtig und groß bis sie seinen Körper kontrolliert.

 

Diese vielen Ratschläge. Nach vorne schauen, die Zukunft gestalten. Und er spürt diese Fesseln, die das Wissen am Handeln hindern und weiß nicht, wann er sich die angelegt hat. So invalid, so versehrt fühlt  er sich nach diesem Eingriff, so vollkommen ohne Einfluss,  so unvorbereitet hart konfrontiert mit seiner  Endlichkeit.

 

Aufstehen, sagt er sich, aktiv werden, nach vorne schauen und  Licht erzeugen in dem Grau, an das er sich klammert, weil Grau immer noch lebendiger ist als tot. 

 

Nichts ist mehr wie früher. Ein  Herzinfarkt und vor allem die  Bypass-Operation bringt ihm die Sorglosigkeit der Vergangenheit nicht wieder zurück. Da war jemand in seinem  Körper und damit lebt er nun, zumindest heute.

 

© rh

 

 Besuchen Sie auch meine Homepage und informieren Sie sich über meine Autorenlesung.

Wer Tee trinken will, muss ihn kochen

Nach einem überstandenen Herzinfarkt, zwei Stents und einer Bypass-Operation fiel ich in ein tiefes psychisches Loch. Ich empfand es als eine Ungeheuerlichkeit, meine Wenigkeit mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert zu sehen und degradierte mich selbst zu genau dieser „Wenigkeit“ herab. Der geringste Schmerz im Brustraum löste eine lähmende Angst aus. Mein Selbstwertgefühl war vollkommen aufgebraucht und ich fühlte mich hilflos all jenen Menschen ausgeliefert, die mehr über meinen Körper Bescheid wussten als ich selbst.

 

Immer mehr griff auch die Depression nach mir. Vor herunter gelassenen Jalousien zog ich mich in die scheinbare Sicherheit meines Bettes zurück und wartete auf den nächsten Tag, in der Hoffnung, diesen zu erleben. Ich wusste, ich sollte aktiv werden, um aus der Depression herauszukommen, kannte den Weg, konnte ihn aber nicht gehen. Mir schien, als müsse ich an die Hand genommen werden, um langsam wieder an diesem Leben teilzunehmen und etwas Sicherheit zu finden.

 

Bereits nach meiner Operation fühlte ich mich körperlich und psychisch so schwach, dass ich mir fachärztliche Hilfe suchte. Auf diesem Weg fand ich langsam aus der Depression heraus. Selbstverständlich wurde mir auch bewusst, dass ich meinen Körper nicht nur durch Zigaretten ständig geschädigt hatte, sondern ihm auch durch Stress und berufliche Höchstleistungen einiges abverlangt hatte. Ich nahm weder den Stress am Arbeitsplatz noch den mit meinem persönlichen Umfeld und schon gar nicht den Stress, den ich mir selbst bereitete, ausreichend wahr .  Probleme gab es, um bewältigt zu werden, Sorgen, um sie zu ertragen, Ärger, um ihn abzuschütteln. Ich stand ständig unter Spannung, fraß regelrecht meine Zigaretten und mein Körper schickte mir, um das in einer Metapher auszudrücken, einen Herzinfarkt und setzte damit dem Treiben zunächst einmal ein Ende. Und in der anschließenden Depression konnte er sich erholen.

 

Diese Erkenntnis alleine nutzt aber nur dann etwas, wenn daraus auch eine Veränderung eingeleitet wird. Ich erinnerte mich an  meine NLP-Lehrtrainerin, Dr. Gundl Kutschera, die bei fast jeder Gelegenheit betonte: „Wer immer nur das tut, was er schon immer getan hat, bekommt auch immer nur das, was er schon immer bekommen hat.“

 

Und so beschloss ich, zukünftig mein Leben etwas umzugestalten, andere Ursachen zu setzen, um dadurch zu für mich besseren Ergebnissen zu gelangen. Über das Rauchen brauchte ich mir dabei keine Gedanken mehr zu machen: mit dem Herzinfarkt hatte ich auch aufgehört zu rauchen und meinem Körper sechzig Zigaretten pro Tag weniger zugeführt. Da ich sehr an meinem Leben hänge, hält das Nichtraucherdasein bis heute an.

 

Das Wesen einer Depression, sagte ich mir, liegt unter anderem darin, sich vor der Umwelt abzuschotten, keine Kontakte mehr zu pflegen. Jahrelange, vollkontinuierliche Schichtarbeit hatte ihren Beitrag zur Isolation wohl ebenso dazu geleistet, wie meine derzeitige, andauernde beziehungsfreie Phase. Ich musste also Aktivitäten finden, die mich zwingen, die Wohnung zu verlassen und mit Menschen in Kontakt zu kommen.

 

Nun bin ich beispielsweise was das Lernen von Fremdsprachen anbelangt ein Autodidakt: ich lerne gerne selbst  mit Audio-CDs oder am PC, was bislang dazu führte, dass ich Spanisch schon seit mehreren Jahren immer wieder von vorne zu lernen beginne, ohne dass wirklich viel verwertbares hängen bleibt. Also beschloss ich, mich in einen Kurs an der Volkshochschule einzuschreiben und nun auf diesem Weg die Sprache zu erlernen. Mein Spanisch kann dadurch nur besser werden, und ich bin gezwungen, samstags in den Unterricht zu gehen.

 

Aber ich brauchte das Rad ja nicht ganz neu zu erfinden, und eine Ärztin und sehr gute Psychotherapeutin, auf die ich während meiner Genesung glücklicherweise traf, stieß miMeine Schreibe-für Flyer2ch immer wieder mit der Nase auf meine Fähigkeiten. Ein ehemaliger Mitteilnehmer aus einem früheren NLP-Practitioner-Kurs meinte sogar: „Lass dich nicht von deinen Symptomen leiten, sondern von deinen Fähigkeiten.“ Nun, seit mehr als zwanzig Jahren beschäftige ich mich mit dem Schreiben. Ich schreibe Kurzgeschichten, Gedichte, Glossen und gelegentlich einmal einen Artikel. Früher, als es noch kein Internet gab, konnte ich ein paar meiner Geschichten auch in der Tageszeitung veröffentlichen. Als ehemaliges  Mitglied im Werkkreis Literatur der Arbeitswelt fand meine Kurzprosa auch in der Anthologie „Jenseits von Oggersheim“ Platz. Auch an einigen Lesungen hatte ich damals teilgenommen.

 

So reifte in mir der Gedanke, meine Texte neu zu sortieren und mit einer Auswahl davon unter dem Motto „Meine Schreibe…“ erneut an die Öffentlichkeit zu gehen. Da ich nicht der eitle Autor bin, der horrende Summen an Druckkostenzuschussverlage zahlt, nur um sein eigenes, kaum verkaufbares Buch in der Hand zu halten, legte ich mir eine Homepage an, mit der ich auf meine Autorenlesung aufmerksam mache. Auf dieser Homepage biete ich nun meine Texte auch  zum kostenlosen download an. Zusätzlich brannte ich meine Werke als Audio-CD zum Anhören.

 

Meinen Ratgeber „Quo vadis, Alki„, den ich hauptsächlich für abstinent lebende Alkoholiker geschrieben hatte, und der in meiner Schreibtischschublade vor sich hin träumte, stellte ich als downloadbares ebook ins Internet. Dasselbe machte ich mit meinem Ratgeber „Visionen finden – Ziele setzen„, in dem ich unter anderem den Zielrahmen aus dem NLP vorstelle.

 

So verschaffte ich mir also eine neue Art von geistlicher Beweglichkeit, die mich konstruktiv fordert und mir Spass macht. Meiner körperlichen Beweglichkeit und dem sehr unangenehmen Übergewicht, das sich durch das Nichtrauchen eingestellte, trage ich durch eine veränderte Ernährungsweise und durch meine Besuche im Fitness-Studio Rechnung. Das ist das Schwerste an all dem Neuen, weil es sehr viel Geduld erfordert und ein geduldiger Mensch bin ich nun nicht gerade. Aber dafür gibt es ja die Lernfelder.

 

Nein, ich fühle mich noch lange nicht so gesund, wie ich das gerne hätte, aber der Weg dorthin stimmt. Und den gehe ich konsequent. Vielleich werde ich zukünftig auch workshops gestalten. Da ist der letzte Gedanke noch nicht gedacht. Denn ich denke, wer Tee trinken will, muss ihn kochen.  

 

© rh

 

 

Ich kapier‘ kein Engelerisch

Die Vermittler sind wieder unterwegs. Es gibt ja so viele Suchende, oder besser Nichtfindende. Da braucht man schon so eine Vermittlungsstelle. Nein, ich rede nicht von Partnerbörsen. Ich meine diese medialen Vermittlungsstellen, die dir den Kontakt zu deinem Engel herstellen, weil dein Engel einfach zu blöd ist, um mit dir selbst Kontakt aufzunehmen. Es kann natürlich auch sein, dass du auf der falschen Frequenz funkst, ihn nicht verstehst. Dann muss der Kanal richtig eingestellt werden. So ein Medium kennt die Frequenzen.

Sie brauchen ja Führung, die Suchenden. Sind ja auf ihrem Weg. Alle sind auf ihrem Weg. Kaum jemand, der mal stehen bleibt und Luft holt. Wie soll man da noch wissen, in welche Richtung es geht, wo die richtige Frequenz ist. Da braucht man schon einige, die Kontakte knüpfen können mit der Weisheit, mit der energetischen Kraft.

Zuerst waren es Heiler. Viele Heiler, immer mehr Heiler. Vergleichbar mit einem Krankenhaus, in dem nur Ärzte arbeiten, aber keine Pfleger und schon gar kein Kantinenpersonal. Ein Überangebot an Heilern auf dem alternativen Markt. Und nun sind es eben die medialen Vermittler.

Der Einzelne ist ja nicht sensibel genug, kann der Stimme seines Engels kaum lauschen, braucht einen Übersetzer für Engelerisch.

Bei meinem Engel ist das anders. Der spricht alle Sprachen, angefangen vom Slang über chinesisch bis zu den gängigen Programmier-Sprachen, wenn er es für angebracht hält. Mein Engel verfügt über eine hohe Kommunikationsfähigkeit und unterlässt es tunlichst, sich mir in einer abgehobenen, verklärten, metapherreichen und himmelssphärischen Sprache mitzuteilen, weil er genau weiß, dass ich kein Engelerisch kapiere.

Aber es soll ja auch andere Engel geben. Die wissen genau, dass ihre Erdenbürger und deren Vermittlungsstellen sowohl auf gehobenes Engelerisch wie auch auf den dazu passenden Kommunikationsweg bestehen. Sie akzeptieren solche Geschäftsmodelle voll und ganz, obwohl sie dabei leer ausgehen. Was sollten sie in ihrer Dimension auch mit der Kohle anfangen? Die ist bei den Vermittlern besser aufgehoben.

© rh

Besuchen Sie auch meine Homepage, wenn Sie Interesse an einer Autorenlesung haben.