überall

wortlos abgewandt

gleicht wirksam

dem gebrüll

das den raum stiehlt

für sprache –

bis tränen ersticken

jeglichen sinn und vertrautheit

 

durchgelaufene sohlen

begründen den entsorgten schuh

abgelaufene zeiten

den vorwurf

im anschweigen

 

so leer

wie die seele schreit –

und muss doch schweigen

überall bist du

die nacht wollt‘ mit mir tanzen

vergaß,

die nacht wollt‘ mit mir tanzen,

vergaß,

ich sollt‘ ein lied ihr singen –

 

heute

fällt’s mir wieder ein,

wenn schmerzhaft stechen

herzensklingen

 

hab ich geglaubt,

es zählt das lachen?

hab ich geglaubt,

die nacht wird hell?

 

es flüstert fern

aus meinem traum:

 

vergiß den takt,

vergiß die schritte,

kannst keinen tanz

ins dunkel bringen

 

(c) Rolf Höge

 

 

Immer im Takt

Immer im Takt,

immer im Takt.

Bloß nicht taktlos,

ohne Takt

kein Rhythmus.

 
Rhythmisches Takten,

taktloser Rhythmus,

aus dem Rhythmus gebracht,

aus dem Takt geworfen –

erst vorgeworfen,

dann weggeworfen.

 

© Rolf Höge

 

 

dimm dich

 

dimm dich

strahlkräftiges lächeln

krümmt den rücken

 

positivgetöse

in ohren gebrüllt

raubt die stimme

 

tränenlos raumverdrängend

diese nebelworte

lebendig geht anders

 

auf dem klo

ist platz

fürs menschsein

 

(c) Rolf Höge

 

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von der qual des dichtens

lockt der vogel

mit dem schnabel

früh im wald die vogelin

spüre ich

von kopf bis nabel

darin liegt des dichtens sinn

 

erscheint die ferse

mir im verse

fühl ich wohl die reimreserve

brodelnd heiß in meinem kopf –

erschafft den fuß und auch den kuss

weil’s sich eben reimen muss

 

 

Nachgedanken zum DGB-Mai

Und weil der Mensch ein Mensch ist,
ist er von Spaß und Lust besessen,
nicht nur die Stiefel im Gesicht,
nein, rasend schnell wird auch vergessen,
wer gekämpft, geblutet hat,
wir sind ja satt, so satt, so satt.

So wird aus einem Kampfgelag‘
mal schnell ein netter Ausflugstag,
mit Häppchen hier und Häppchen da,
denkt dran, wie es früher war!
mit Trallala, weil Text so fern,
ach, wir mögen das,
wir haben’s gern.

Und zwischen all den Kinderwagen,
entdeckt man Wolfgang, Frank und Ruth,
erinnert aus den alten Tagen
Brüder, ihren Kämpfermut.

Dort oben dann am Mikrofon –
fast mutete es wie später Hohn:
es macht wohl das Geschwätz doch satt,
und schafft das Essen her.
Und links, zwei, drei und links zwei drei,
und Trallala die Einheitsfront
spielt auf zum Tanz,
na bitte sehr,
Freiheit heißt nun Werkvertrag,
sei still!
wenn juckt‘s an diesem Tag,
wir grüßen Wolfgang, Frank und Ruth,
ja, sie funktionieren gut.

(c) Rolf Höge

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Die weiße Taube fliegt nicht mehr

Die weiße Taube fliegt nicht mehr,
sie hat die Lust verloren.
Statt Frieden, den sie stets gewollt,
wird nur mehr Leid und Hass geboren.

Am Himmel fliegt ein Krankenhaus
und tausend Krippenplätze.
Wutlos akzeptieren wir
das schamlose Geschwätze:

Gerade jetzt, gerade hier,
da müssen wir obsiegen.
Niemand darf zu feige sein,
wenn Beine, Arme, Köpfe fliegen.

Die weiße Taube fliegt nicht mehr,
der Tod, er hat sie abbestellt.
Maßlos pervertierte Macht regiert,
und nicht der Mensch die Menschenwelt.

(c) Rolf Höge

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Worte als Berührung zwischen Autor und Leser

Lesung in MannheimWorte berühren auf unterschiedliche Weise. Sei es das gefühlvolle Liebesgedicht, die szenische Skizze einer betroffen machenden Realität oder die Humoreske, die zum Schmunzeln einlädt.

Wenn sich die Wege von Autor und Leser für kurze Zeit kreuzen, ist es die Berührung durch den Text, die Begegnung zulässt.

Eine Autorenlesung stellt für mich eine besondere Art der Begegnung dar: eine Begegnung mit dem Ziel, Worte auf die eine oder andere Weise berühren zu lassen und sei es auch nur für die Zeitspanne eines Abends.

Institutionen, Vereine, Gruppen, Cafés…

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