Weihnacht aus des Dichters Feder

Weihnacht
aus des Dichters Feder:
Lichterglanz und viel Frohlocken,
lärmt
wie zu laute Kirchenglocken.

So lass ich
meine Feder sinken,
darf
in der Stille nun
die Weihnacht finden.

(rh)

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Worauf ruht unsere Aufmerksamkeit

Wollen wir gemeinsam eine kleine Übung machen, ja? Ok, dann los:

Setze dich entspannt hin und betrachte die Gegenstände und Einrichtungen des Raumes, in dem du dich gerade befindest. Merke dir davon fünf mit der Farbe blau.

Schließe nun deine Augen und zähle fünf Dinge auf, die du ebenfalls wahrgenommen hast, mit der Farbe gelb.

Sicherlich ist es dir schwerer gefallen, die gelben Gegenstände aufzuzählen, weil deine Aufmerksamkeit auf der Farbe blau ruhte. Trotzdem war alles mit der Farbe gelb um dich herum ebenfalls vorhanden. Dein Bewusstsein hatte dies nur für einen Moment ausgeblendet, weil die Aufmerksamkeit für die Farbe gelb zur Lösung der Aufgabe nicht benötigt worden war.

Alles, worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken, wird mehr, weil es dadurch in unser Blickfeld kommt. Als Vergleich mag dazu der Lichtpegel eines Autoscheinwerfers dienen. Die Gegenstände, auf welche die ‚Aufmerksamkeit‘ des Scheinwerferlichtes fällt, werden erhellt und können wahrgenommen werden. Alles andere, links und rechts des Fahrbahnrandes, ist zwar ebenfalls vorhanden, wird aber aufgrund der Dunkelheit von uns nicht gesehen.

Ruht unsere Aufmerksamkeit darauf, dass wir annehmen, Mangel erfahren zu müssen, beispielsweise an Geld, an Beziehung, so wird unser Mangelgefühl, unser Verzichtsgefühl eher größer anstatt kleiner. Richten wir unsere Aufmerksamkeit auf Angst, werden wir mehr Angst erfahren. Geben wir der Zuversicht mehr Aufmerksamkeit, allem, was wir können, was uns erfreut, was uns Spaß und Laune bereitet, was wir erreichen oder bewirken möchten, werden wir genau davon mehr erfahren.

Es gibt kaum etwas, was mehr Anziehungskraft besitzt, als eine lebendige Vision. Fühlen wir uns also frei, diese Erkenntnis in unseren Alltag zu übertragen und verdeutlichen wir uns, wir können stets wählen, welchem grundsätzlichem Denkmuster wir in unserem Leben den Vorzug geben.

„Ein alter Indianer saß mit seinem Enkel am Lagerfeuer. Der Alte schaute in die züngelnden Flammen des Feuers und sprach: „Mein Sohn, manchmal ist mir, als ob zwei Wölfe in meinem Herzen einen Kampf miteinander führen. Der eine Wolf ist aggressiv, grausam und sucht die Rache. Der andere ist sanft, mitfühlend und voller Liebe für die Menschen und die Natur.“ Da fragte der Enkel seinen Großvater: „Welcher der beiden Wölfe wird den Kampf um dein Herz gewinnen, Großvater!“ „Nur der Wolf, den ich füttere.“ antwortete der Alte. (Quelle: zeitzuleben.de“)

© rh

Auszug aus meinem e-book „Quo vadis Alki“.
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Stirb!

„Stirb!“
„So lange es dich gibt? Ich bin immer da.“
„Rede keinen Stuss! Ich brauche keine Traurigkeit. Gestern warst du nicht da.“
„Da warst du wütend. Das ist dasselbe.“
„Und vorgestern, he? Was war vorgestern?“
„Du warst fröhlich und ausgelassen, voller Lebensfreude, und…das ist dasselbe.“
„Stirb!“
„Ich bin stets dasselbe Gefühl. Du gibst mir das Etikett. Du entscheidest, in welchem Gewand ich dir begegnen soll.“
„Ach, leck mich am Arsch.“

© rh

Hauptsache eins achtzig groß

Hauptsache eins achtzig groß und in der Lage, Laminat zu verlegen. Mehr erwartet sie nicht, die moderne, Rollenbilder ablehnende Frau mit Höhenverschiebung im Blick. In der Beziehung auf Augenhöhe darf dann schon mal eine Steigung dabei sein, damit sie auch schön hoch blicken kann, wenn er gerade mal wieder fremdgegangen ist. Hauptsache eins achtzig groß und in der Lage Laminat zu verlegen. Und wenn er dann davon verschwitzt auch noch eine Bierflasche halten kann, wirkt er sogar noch richtig sexy.

Natürlich scheint es bei aller Größe allerdings äußerst wichtig, dass der Ausgewählte sich selbst gegenüber aufgeschlossen ist und Gefühle zeigen kann. Man staune: Gefühle! – Himmel nochmal, Ärger ist wohl kein Gefühl, was? – Ärger ist ein sattes Gefühl, meine Damen, aber so etwas von satt!

„Das ist Dominanz, das ist Machtanspruch.“, meint dazu die Ich-weiß-was-ich-will-Frau, „Deshalb sei still und verleg weiter Laminat!“

Mensch, was habe ich die Nase voll. Ich kann es nicht mehr hören. Immer dasselbe Beuteschema und dann ständig dasselbe Gejammer. Aber Hauptsache eins achtzig groß. Als durchschnittlicher Wissenslevel für den maskulinen Riesen reicht es schon aus, dass er weiß, ein Buch besteht aus bedruckten Seiten. Mehr braucht es ja auch nicht für’s Laminatverlegen. Lesen muss der Zukünftige nur am Laptop können.

Echt, Leute, ich kann das Gejammer nicht mehr hören. So ist das nun einmal: wenn Frau immer dasselbe sucht, bekommt sie das, was sie schon immer bekommen hat.Deshalb kann ich es nicht mehr hören, dieses Gejammer!

Selbstverständlich gibt es da noch die anderen femininen Geschöpfe mit normaler Blickrichtung, für die solch maskuline Attribute nebensächlich sind: die Mütter.

Himmel, was sind in dieser Welt Mütter unterwegs, die ständig Ziehsöhne suchen. Sie wollen dir die Welt erklären, wissen ganz genau, was für dich richtig und gut ist. Wenn du mal einen Schweinshaxen verdrückt hast und mit ein paar Gramm zu viel auf den Rippen durch die Gegen wackelst, raten sie dir, die Schilddrüse untersuchen zu lassen, denn bei Ilse, Gerda oder Erna war das ähnlich und hatte überhaupt nichts mit dem Verzehr von unzähligen Sahnetorten zu tun.

Ich frage mich, wie ich überhaupt so alt werden konnte. Ich weiß ja gar nichts. Ich bin überhaupt nicht überlebensfähig in dieser schrecklichen Welt. Lasset die Mütter zu mir kommen…

Ich habe auf all das kein Bock mehr. Mittlerweile bin ich single-gebildet in einem männlichen Single-Haushalt mit einer Single-Erfahrung, die mir keine Mutter der Welt mehr wegnimmt.

Ich weiß nun, dass Bügelwäsche im Schrank nicht schimmelt und sehr lange lagerfähig bleibt. Durch Fensterscheiben kann man immer durchsehen, selbst wenn sie verschmutzt sind. Und wenn du durch das Küchenfenster nur auf die Hauswand des Nachbarn blickst, reicht es, wenn du dich zweimal im Jahr diesen Scheiben widmest. Wenn du nach sechs Wochen die Wohnung putzt, weil sich Besuch angemeldet hat, wird es genauso sauber als würdest du es täglich machen. Dauert eben nur etwas länger. Diese Zeit hast du aber vorher beim Nichtstun locker herein geholt.

Ich habe eben keinen Bock mehr auf Verstehen, auf Verständnis, auf Empathie. Ich kann das Gejammer nicht mehr hören.

Suchen? Wer sucht denn hier nun wen? Ich suche nicht! Und vor allem werbe ich nicht um irgendwelche Gunst! Ich bin weder Jäger noch irgendein Minnesänger, der die Angebetete im Elfenbeinturm bezirzen will. Wenn sich irgendeine der Holden für mich interessiert und mit meiner Einwilligung meinem Single-Dasein ein Ende setzen will, soll sie einfach mal die Hand heben! Zeig dich! Ich bin nämlich kein Hellseher!

Wenn ich überhaupt etwas suche, dann genau diese erhobenen Hände. Wobei diejenigen, die mich die ganze Zeit aufgrund der Blickverschiebung übersahen, gerne die schlanken Fingerchen unten lassen dürfen. Es stehen genug Laminatverleger bereit, die in das Beuteschema passen und deren Kommunikationsfähigkeit sich auf das Anklicken eines Profils im Internet beschränkt. Auf die übliche Kontaktaufnahme „Hi, wie geht’s?“ möchte ich hier gar nicht näher eingehen.

Nebenbei bemerkt sind es ja dann doch immer die Männer, die immer nur das Eine wollen, ständig nur das Eine suchen. – Ich kann es nicht mehr hören, dieses Geschwätz, dieses Gejammer.

Ich muss hier raus. Ich muss raus aus diesem Badezimmer! – Es ist nicht normal, dass ich hier seit gut einer halben Stunde verbissen mein Spiegelbild ankeife und mir selbst einen Vortrag halte. Das ist nicht normal!

Ich muss hier raus. Ich kann das alles nicht mehr hören. Es betrifft mich nicht: ich habe Teppichboden.

© rh

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Der See und ich

Mainau Regen

Der See und ich

Gestern noch zog er hemdsärmelige Menschen massenhaften an, ließ sich durch warme Sonnenstrahlen hindurch begaffen. Heute zeigt er sich majestätisch und unbehelligt in der kaltnassen Normalität erster Apriltage, die Mainau hinter Regenschwaden verborgen.

Auch das bin ich, scheint der See mit jeder Windböe in den Tag zu rufen. Fast glaube ich, ihn durch den Nieselregen zu hören: Wie sollte ich sonst Ruhe finden, zwinkert er mir zu.

Ich bin ein aufmerksamer Schüler.

© rh

Zum Fest

Freude, schöner Eierkuchen
ruhst auf Aluminium.
Kaffe wird dazu getrunken
im Familienheiligtum.

Freude, schöner Eierkuchen
unterm Teppich macht sich breit,
was man mit der Hand vorm Munde,
nicht zu sagen ist bereit.

Freude, schöner Eierkuchen,
welch Erlebnis Jahr für Jahr !
Lichterglanz, Familienbande,
ach, wie seid ihr doch so nah!

Freude, schöner Eierkuchen.
Kindheit, ich vergess’ dich nie!
spür’ die Stiche noch in mir,
dieser Heuchelharmonie!

© rh

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Werd‘ mich der Wirklichkeit nun stellen

Im Stadtpark füttert sie die Tauben,
zuhause ihren Hund.
Darf mir mein Lächeln wohl erlauben,
zu dieser späten Stund’.

Wohl weiblich ihre Formen
und auch ihr Konterfei
ein wenig fern der Normen
und gar kein Einheitsbrei.

Doch wollt’ ich mit ihr bandeln,
buhlen um im Herzen einen Platz,
wie sehr müsst’ ich dann handeln:
besetzt! zeigt mir die Katz.

Werd’ mich der Wirklichkeit nun stellen:
bin ohne Glück,
es läuft nicht rund.
Denn wahrlich, ach, ich kann nicht bellen.
Am Morgen nicht, und nicht zur Abendstund’.

© rh

Entstanden aus der Betrachtung so vieler vierbeiniger Lieblinge der Frauenwelt ím Internet.

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