Auf dem Weg zum Frauenversteher

Mir fallen da spontan zwei Varianten ein, die ich gut kenne:

1. Sie nehmen an, dass Nichts die Abesenheit von Etwas ist und versuchen wiederum durch Etwas (egal was) dieses Nichts zu füllen. Meistens ein erfolgloses Unterfangen, weil Sie in der Regel Reaktionen bekommen wie „du nervst“, „hör auf mich zu bevormunden“, „wenn ich sage nichts, meine ich auch nichts“ usw…

2. Sie erkennen glasklar, dass das Nichts nur scheinbar vorhanden ist und Frau sich tatsächlich bereits in einem inneren Dialog mit dem Anwalt befindet.

Wenn Sie diese beiden Varianten verinnerlicht haben, sind Sie vom Frauenversteher auch nicht mehr weit entfernt.

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Sie tut weh, diese Wirklichkeit

Da steht er nun, entspricht all ihrer formulierten Erwartungen. Eben genau so, wie sie ihn auf ihrem Profil in dem Internet-Portal beschrieben hatte: gutaussehend, schlank, mindestens 180 cm groß, gut situiert in ordentlichem Single-Haushalt, mit gebügelten Hemden.

Sicher ist er auch in der Lage, Glühbirnen auszuwechseln und allerlei technisches Gerät zu reparieren. Er sieht treu aus, ehrlich, edel und gut: der ideale Beschützer. Seinen ausgestreckten Arm nimmt sie als moderne, wirtschaftlich unabhängige und selbstbewusste Frau gerne entgegen, um sich – zu ihrem Idol hoch blickend – einzuhaken
Ja, da steht er nun. Direkt vor ihr an der Kasse des Supermarktes.

Zählt ihr das Geld hin, schaut durch sie hindurch, übersieht sie einfach. Okay, sie ist zwar mit 158 cm etwas klein geraten, aber wie kann man 90 Kilo Lebendgewicht einfach so übersehen?

Und dann spürt sie, wie weh sie tut, diese Wirklichkeit hier draußen.

© rh