Auf dem Rasen toben Rassen

Auf dem Rasen, toben Rassen, schwarze, weiße, gelbe, rote, toben ohne Unterlass

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Auf dem Rasen

toben Rassen,

schwarze, weiße,

gelbe, rote,

toben ohne Unterlass,

bringen langsam sich zu Tode.

Auf den Rängen

schauen staunend

Pilz, Tier und Insekt:

es zeigt die neunmalkluge Rasse

den selbst benannten Intellekt.

Die alte Kröte weiß Bescheid,

hebt das Beinchen wie zum Eid:

„Das Menschlein“, spricht sie,

„erst vor kurzem kam,

doch scheint es mir im Geiste arm.

Muss wieder gehn,

so denke ich,

Rassismus überlebt sich nicht.

Wissen von Millionen Jahren,

wird diese Menschheit nie erfahren.“

© Rolf Höge

Entschädigung für Atomkonzerne

Den deutschen Atomkonzernen steht jetzt nach dem Bundesverfassungsgericht eine Entschädigung wegen des schnellen Atomausstiegs zu. Das kann man verfassungsrechtlich durchaus so bewerten. Unter ethisch-moralischen Gesichtspunkten halte ich dieses Urteil schon fast für skandalös. Es bedeutet nämlich aus meiner Sicht, dass trotz des Atomunfalls in Japan die Konzerne weiter Atomkraftwerke betrieben und auf Gewinnmaximierung gesetzt hätten.

Damit stellt das Bundesverfassungsgericht das Eigentumsrecht und die Gewinnerzielung der Unternehmen über das Recht der körperlichen Unversehrtheit des Menschen. Ein Atomkraftwerk stellt nach den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte meiner Meinung nach eine potenzielle Gefahr dar und ist deshalb mit dem Absatz 2 des Art. 14 GG („Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen“) kaum vereinbar.

Ich interpretiere deshalb in den Atomausstieg nicht unbedingt eine Form der entschädigungswürdigen Enteignung, sondern eher die Entziehung des der Allgemeinheit schadenden Gebrauchs.

Das sage ich mal so als Mensch. Ein Jurist wird das wohl anders sehen.

/rh