Wie ich wieder Single wurde

Ich führte Elke in ein nettes, gemütliches Restaurant aus. Bei Tisch kamen wir so richtig ins Gespräch, und auch sie fand mich sehr sympathisch.
„Die Dates, die ich bisher übers Internet hatte, waren Fakes“, meinte sie. „Entweder die Männer erschienen nicht oder sie sahen ganz anders aus als auf dem Bild, das sie mir schickten. – Aber Du, Du siehst genauso aus wie auf dem Bild. Du bist ehrlich.“
Ihre braunen Augen strahlten.
„Ja“, säuselte ich, „ich bin ehrlich.“
Ich rückte meinen Stuhl näher an den ihren heran und versuchte meinen Arm um ihre schlanken Schultern zu legen. Doch sie entzog sich mir geschickt, und ich griff ins Leere.
”Du solltest jetzt doch den Ober rufen.” zwinkerte Elke. ”Es ist schon spät und Du weißt ja: gut Ding will Weile haben.”
An der Garderobe half ich ihr in diesen Mantel, aus dessen Seitentasche dann diese Karte fiel, die ich aufhob und laut vorlas:
„ Elke Mitzbach – Ihre seriöse Treuetest-Agentur“

© rh

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Disharmonie

Immer im Takt,

immer im Takt.

Bloß nicht taktlos,

ohne Takt

kein Rhythmus.

Rhythmisches Takten,

taktloser Rhythmus,

aus dem Rhythmus gebracht,

aus dem Takt geworfen –

erst vorgeworfen,

dann weggeworfen.

© rh

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Ich hab‘ noch was zu sagen

Jetzt wieder rein mit dem Zeug, runter damit, bis du Scheiße denkst. Bis du nachher beim Gehen kotzt. Wenn’s geht noch auf die Klamotten. Damit auch jeder schön sehen kann, was für ein Penner du bist.

Die Frau ist ja schon weg. Hast du so entschieden – für sie, durch deine idiotensichere Methode. Selbstverständlich, dass sie an allem die Schuld trägt. Hätte ja bleiben können. ”In guten wie in bösen Zeiten“… – Armer Kerl, bedauernswerter Vollidiot.

Beziehung! Hohl und lächerlich, klingt es, den Bezug zu sich selbst schon lange verloren. Den Wunsch nach Veränderung in der Trägheit erstickt, die Eigenbewegung aufgegeben, und die gefühlten Ketten haben Glieder aus Glas: leere Bierflaschen, aneinander gereiht.

Hat anscheinend noch nicht gereicht die Brühe. Was fehlt ist feeling, echt gutes feeling. Also her damit, du hochintelligenter Mensch! Quarz, shit – oder wie immer du es nennst. Du weißt ja selbst, dass du drauf bist. Oder nicht? Oder vielleicht? – Hauptsache du lachst hinterher, lachst blöd, idiotisch, mit verzerrtem Gesicht und dämlichem Grinsen.

Hab ich ja alles selbst erlebt, kann ich ein Lied von singen. Wie das so ist, wenn dein Bettlaken morgens klatschnass ist vom Schwitzen. Wenn du deinen Kumpel etwas fragst, und er dir keine Antwort gibt, weil er gar nicht da ist.

Bis du eines Tages diese Auflehnung in dir spürst, die dich ruft, die dich fordert. Dann hörst du auf zu kämpfen. Kapitulierst, lässt endlich los. Auf einmal hast du Luft. Eine geöffnete, sprudelnde Sauerstoffflasche mitten im Kopf. Frei! Rund um dich herum – Leben! Überall, vierundzwanzig Stunden am Tag, – und du mitten drin!

So viel Leben, dass du schreien möchtest. Schreien, weil’s weh tut. – Angenehm weh!

© rh

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Das Entgegenkommen

Ob man ihm denn nicht etwas entgegen kommen könne, stammelte Frederick in die Dunkelheit.
Er sehnte sich nach frischer Luft und strich sich über die Brust, als wolle er eine Fliege verscheuchen.
Ob man ihm denn nicht etwas entgegen kommen könne, ihm noch eine Chance geben könne, fragte er noch einmal.
Nein, antwortete der Tod.

(c) rh

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Video – In A Real Life’s Storm

Tja, wie ich bereits erwähnte, enstehen manchmal solche songs am PC. – Zwar nicht meisterhaft gesungen und mit einfachen Mitteln bearbeitet, aber Spass hat es gemacht:-)

In A Real Life’s Storm

Mama was a tailor
but she didn’t sue my Jeans.
I had to go my way
guess you know what it means.

Papa lost his soul
in searching for a goal
but the only thing he found
was a deep deep ground

In a real life’s storm
in a real lefe’s storm.
I’ll try to find my heart back
in a real life’s storm.
In a real life’s storm…

Had no inspiration for the Life I had to live
Some women taught me wrong
all night long
So all you can exspect
is a man whose heart feels warm
And if you wonna start now
let’s feel the real Life’s storm

© rh

waffe denkt

bücher schreiben
drucken
lesen
besprechen
verbrennen

bücher informieren
kommentieren
sagen aus
sagen nichts
regen an
stoßen ab

lektüre
kunstwerk
denkmal

bücher privilegieren
politisieren
revolutionieren

bücher ist der plural von buch

buch ist bildung

buch ist waffe

waffe denkt

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Mann hat ja Stil

”Gaby muss länger im Krankenhaus bleiben Wir sollten uns wieder öfter sehen, Nicole.“
Der Ober kam und Harald kostete mit aufgesetzter Kennermiene den Wein. Nicole nippte nur an ihrem Glas.
”Du meinst, ich könnte ja wieder einmal für eine Weile einspringen?”
Harald überging die Frage, und Nicole stieß nach:
”Als Ersatzfrau sozusagen.”
”Du scheinst heute nicht gerade deinen besten Tag erwischt zu haben. Hattest du Probleme?”
”Weshalb habt ihr beide eigentlich geheiratet?” ,wollte Nicole wissen.
”Was soll diese Fragerei? Gaby und ich – wir lieben uns!”
”Sie dich oder du sie?”
Er zog die Stirn in Falten.
”Jetzt höre aber auf! Ich weiß wirklich nicht, was du von mir willst.”
”Vielleicht möchte ich heute mehr über den Mann wissen, mit dem ich vor einigen Wochen geschlafen habe.” –
”Es hatte dir ja wohl gefallen?”
Es klang höhnisch, abwertend. Aber Nicole spürte das Lauern auf ihre Antwort.
”Glaubst du?” lächelte sie ihn freundlich an.
Harald wurde unsicher, sagte nichts mehr. Sie gönnte ihm diese Sekunden, dann lenkte sie ein.
”Du hast recht: es hatte mir gefallen.”
Er war beruhigt, trank von seinem Wein, hakte das Thema für sich ab. –
”Die Betonung lag auf ‘hatte’, Harald. – Es ‘hatte’ mir gefallen.”
”Was willst du damit sagen?”
”Ich möchte jetzt gehen ”, klang es ruhig von ihr herüber.
”Du wirst dich schon noch etwas gedulden müssen. Ich habe doch nicht umsonst bestellt.“
Nicole stand auf und kramte in ihrer Handtasche.
”Das dürfte wohl reichen für den Wein. Du bist eingeladen.”
Ein Zwanzig-Euro-Schein flatterte auf den Tisch. Ein paar Augenblicke später hatte Nicole das Lokal verlassen.
Als Harald am nächsten Tag den Blumenladen verließ und auf das Krankenhaus zusteuerte, war er überzeugt, wieder einmal richtig gewählt zu haben.
Eigentlich hatte er für Gaby einen großen, bunten Blumenstrauß kaufen wollen und sich dann doch für eine einzelne, langstielige rote Rose entschieden.
Mann hat ja Stil.

© rh

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Bedingungslose Liebe

Ist es Hoffnung oder Verzweiflung, Wunschtraum oder die Grenze zur Selbstaufgabe, dieser immer lauter werdende Ruf nach „Liebe ohne Bedingung.“

Manchmal glaube ich zu ahnen, was gemeint ist, wenn ich von dem Wunsch nach „Liebe ohne Bedingung“ lese. Für mich selbst würde ich es eher als „Liebe ohne gegenseitiger Aufrechnung“ ausdrücken wollen.

Diese „bedingungslose“ Liebe ist für mich ein philosophisches Ideal, ein Konstrukt, das zwischen zwei Menschen, die Interaktion suchen, so nicht lebbar ist. Wenn ich rede oder etwas zu sagen habe, wünsche ich mir beispielsweise, meine Partnerin hört mir zu. Das ist eine „Bedingung“ in einer funktionierenden Partnerschaft. Umgekehrt auch. Das sind Erwartungen an eine Beziehung.

Wohlgemerkt, ich rede nicht von Reglements oder auferlegten, versteckten Befehlen. Ich rede nicht von versteckten, männlichen wie weiblichen Kontrollversuchen oder Machtausübungen über den anderen. Das sind Psychospiele, ausgelöst von einer ausgeprägten Verlustangst, die keine Offenheit, Toleranz und Hinwendung zu dem anderen wirklich zulässt.

Es gibt Dinge, die kann man mit allen Sinnen beschreiben. Einen grünen Apfel kann ich als Frucht definieren, seine Farbe bestimmen, den Geruch riechen, den Geschmack in Worte fassen. Ich kann ihn anschaulich auf einem Tisch präsentieren.

Liebe aber ist zunächst einmal ein Gefühl, das ich mit Worten nicht abschließend beschreiben kann. Der Versuch, Liebe zu definieren oder sie zu kategorisieren, verhindert Liebe, weil sie vom Bauch in den Kopf rutscht, Gefühle damit rationalisiert und nicht mehr gespürt werden.

Liebe oder Partnerschaft ohne jegliche ‚Bedingung‘, und auch Auswahlkriterien sind Bedingungen, ist wie grenzenlose Freiheit, wie Schwimmen auf dem offenen Meer, ohne irgendwo ein Ufer zu sehen. Ich kann mir dann ausrechnen, ab wann ich absaufe.

Ist es die Angst, die Furcht davor, sich wiederum auf etwas einzulassen, um womöglich erneut Eigenständigkeit zu verlieren? Oder wird der Begriff „Liebe ohne Bedingung“ von „den Lieben„, den „Braven„, den „Einfühlsamen„, den „Verständigen„, den „Mit-mir-bist-du-gut-bedient“ so gerne benutzt, um als Verkaufsstrategie zu dienen, um endlich diese Sehnsucht nach Zweisamkeit zu befriedigen? Wofür wird sie benötigt, diese Forderung nach einer Liebe, die keine Bedingung stellt? – Ich kann diese Frage nicht beantworten, nicht einmal für mich selbst. Ich spüre nur, dass ich keine „Liebe ohne Bedingung“ leben könnte.

Manchmal bin ich voller Humor, Energie und Kraft und manchmal einfach nur ein Depp. That’s life. Manchmal bin ich liebenswert und manchmal unausstehlich. Mein PC beispielsweise reagiert auf mich, ich kann ihn benutzen, ohne dass er mir böse ist. Einzige Bedingung ist, ihn einzuschalten und zu beherrschen.

Ein Mensch kann nicht bedingungslos lieben, es sei denn, er ist schon transzendiert. Von der Erleuchtung sind wir aber noch weit entfernt. Ich zumindest. Schon der Wunsch, mich so zu nehmen wie ich bin, ist Bedingung.

Das AlleinSEIN oder das All-Ein-Sein mag etwas mit sich selbst oder dem SELBST zu tun haben, was immer das SELBST auch sein mag. Dieses bedingungslose Verschmelzen in Liebe bedingt aber sowohl die Auflösung des ICH wie auch des DU. Es setzt die Auflösung jeglicher Polarität voraus. – Da bin ich aber noch lange nicht.

Solange ich noch mit meinen Füßen auf der Erde stehe, mag ich schon noch das DU und auch das ICH.

© rh

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