An meine Zukünftige – Vorsicht Satire!

Ich weiß, du möchtest endlich nach deiner Bestimmung leben, die Erfahrungen, die du nach dreißig Jahren Ehe als Heimchen am Herd sammeln durftest, endlich umsetzen. Ich kann dich verstehen, und all dies möchte ich dir nicht vorenthalten. Es gibt keinen Grund für dich, dem Ideal einer modernen, selbstbewussten Frau nachzueifern, keinen Grund, etwas zu Erstreben, das du nie gelernt, nie erfahren hast.

Lass uns gemeinsam meinem Dosen-Trend ein Ende setzen, wirble mit dem Besen durch meine Küche und finde auch das letzte Brotkrümel unter dem Küchentisch. Hol dir deine Rückenschmerzen am Bügelbrett, damit du wieder beginnst, deinen Körper zu spüren. Fühle die Dankbarkeit in dir, die dich überfällt, wenn ich dir die paar Euro für ein neues Kleid beim Discounter auf die Waschmaschine lege. Spüre den Stolz in dir, all die Hausarbeit tagsüber alleine bewältigen zu können. Sei offen für deine Weiterbildung, wenn ich dir das wesentliche der Abendnachrichten erkläre. Genieße das exstatische Beben in deinem Körper, wenn sich nach einem halben Jahr endlich so viele Unterhosen von mir in deinem Wäschekorb gesammelt haben, dass es für einen kompletten Waschgang reicht. Freue dich über mein Schmatzen beim Abendessen, das dir signalisiert, welch gute Köchin du doch bist, auch wenn nur ich deine Gerichte genieße.

Lebe die stille Erotik mit mir. Du brauchst nichts zu tun. Lass dich einfach verwöhnen und deine Gedanken lächelnd durch das Dunkel der Nacht streifen, bis hin zu dem schrillen Schreien des Weckers am nächsten Morgen. Spüre meine Großzügigkeit, du, mein Leben. – Liebe mich, denn ich bin mir dich wert.

© rh

Sollten Sie Interesse an einer Autorenlesung haben, dann besuchen Sie doch einmal meine Homepage.

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Autor: Rolf Höge

Dieses Blog begleitet meine Homepage www.rolf-hoege.de - Laienautor nenne ich mich hier, weil ich nicht vorrangig professionell schreibe und damit Geld verdiene, sondern eher als Laie meine Texte produziere und vorstelle, d.h. 'nicht professionell'. Wenn ich schreibe, male oder gestalte, bin ich in Kontakt mit mir und dem, was in mir ist. Ich erlebe dies als etwas sehr Persönliches, Eigenes und ich bin durchaus geneigt, diese Prozesse als meine individuelle, spirituelle Erfahrung zu bezeichnen. Ich bin Mitglied im Literarischen Zentrum Mannheim "Die Räuber 77", Mitglied in der Künstlergruppe "fx - fundus artifex", Mitglied im "Künstlerverein Bürstadt".

3 Kommentare zu „An meine Zukünftige – Vorsicht Satire!“

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