Sandkastenspiel

Also wenn ich da jetzt in den Himmel schaue und die Massen von blinkenden Sternlein sehe, mir dann bewusst mache, dass dieser klitzekleine Planet, auf dem ich kurzfristig anwesend bin, nur ein eher nicht wahrnehmbares Fleckchen innerhalb der Milchstraße und ihren Milliarden von Sonnensystemen ist, dann Leute, dann frage ich mich, wie einfältig muss man eigentlich sein, um sich auf diesem klitzekleinen Fleckchen darüber zu streiten, wer nun der ‚richtige‘ Gott sei und ob man der einzig wahren Gemeinschaft angehört.

Gemessen an der Daseinsdauer unzähliger Galaxien innerhalb eines unendlichen Universums, hat sich die Menschheit in ihrer heutigen Existenz vielleicht gerade durch den ‚Muttermund‘ gedrückt und ihre Geburt eingeläutet, weiß aber schon alles über die Wertigkeit ihrer Existenz und glaubt, scheinbar der Herr über dieses Fleckchen im Universum zu sein, ohne jemals nur eine einzige Ameise mit ihrem hohen Maß an Sozialkompetenz nach ihrer Meinung gefragt zu haben.

Wir gaukeln uns Intelligenz vor, während wir uns gegenseitig abschlachten, uns hassen, Angst voreinander haben und uns in vollem Bewusstsein die Lebensgrundlage entziehen. Auf jede Tierart, die schon lange auf diesem Planeten weilt, auf jedes Insekt, jeden Pilz, jede Alge müssen wir wirken wie Kinder im Sandkasten, die sich noch in die Hosen machen. Aber wir erschaffen uns einen Gott, etwas Göttliches, etwas, was sich stets nur der Mensch selbst bestätigen kann: Bravo!

Der Mensch spricht und erzählt zu sich selbst. Dies tut er noch in seiner Baby-Sprache. Er beginnt gerade erste Worte in der Sprache des Universum zu lernen.

Und wenn ich dann weiter darüber nachdenke, frage ich mich, wie ich mit all dieser Erkenntnis nach wie vor zulassen kann, dass man von meinem erarbeitendem Geld Steuern erhebt, um sie an eine Institution abzuführen, die Geld an studierte Menschen bezahlt, welche mir dann ernsthaft und inbrünstig erzählen wollen, es wäre jemand vor zweitausend Jahren übers Wasser gelaufen. /rh

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Autor: Rolf Höge

Dieses Blog begleitet meine Homepage www.rolf-hoege.de - Laienautor nenne ich mich hier, weil ich nicht vorrangig professionell schreibe und damit Geld verdiene, sondern eher als Laie meine Texte produziere und vorstelle, d.h. 'nicht professionell'. Wenn ich schreibe, male oder gestalte, bin ich in Kontakt mit mir und dem, was in mir ist. Ich erlebe dies als etwas sehr Persönliches, Eigenes und ich bin durchaus geneigt, diese Prozesse als meine individuelle, spirituelle Erfahrung zu bezeichnen. Ich bin Mitglied im Literarischen Zentrum Mannheim "Die Räuber 77", Mitglied in der Künstlergruppe "fx - fundus artifex", Mitglied im "Künstlerverein Bürstadt".

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